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"Julia sucht ihren Helden":Gemeinsam Gutes tun

Michael Mohaupt vom Burschenverein St. Christoph ist einer von 976 Hohenlindenern, die sich an der Typisierungsaktion beteiligt haben.

(Foto: Christian Endt)

Fast Tausend Hohenlindener beteiligen sich an der Suche nach einem Stammzellenspender für die krebskranke Julia

Ein voller Erfolg ist die am Sonntag abgehaltene Registrierungs- und Typisierungsaktion auf der Suche nach einem passenden Stammzellenspender für die an Blutkrebs erkrankte 14-jährige Julia aus Hohenlinden gewesen: "Der Andrang war überwältigend", sagte Initiator Alois Fruth, Vorsitzender der Elterninitiative "intern3", der die Aktion im Wendlandhaus mit Julias Freundeskreis und der DKMS auf die Beine gestellt hatte.

Viele Vereine und Gruppierungen haben für die Aktion an einem Strang gezogen, um Julia zu helfen: "Wir sind so dankbar dafür, der Zusammenhalt und die Hilfe sind einfach gigantisch - das ist unglaublich schön, einfach der absolute Wahnsinn. Das gibt uns als Familie viel Kraft, weil wir fest daran glauben, dass sich ein Spender findet und alles gut wird", sagte Julias sichtlich berührte Mutter Marion zur SZ. Der Tochter, die nach dem langen Klinikaufenthalt gestern zuhause mit der Oma war, werde sie viele positive Eindrücke schildern und viele Grüße und positive Genesungswünsche ausrichten. Nach dem langen Aufenthalt in der Klinik und der Chemotherapie gehe es Julia derzeit den Umständen entsprechend gut, jetzt hoffe die Familie auf einen Stammzellenspender, einen bislang noch nicht gefundenen genetischen Zwilling, um den Blutkrebs zu besiegen. Die Aktion stand unter dem Motto "Julia sucht ihren Helden".

Ganz Hohenlinden hat sich eingebracht: Feuerwehrleute haben beim Parken eingewiesen, Unternehmen dafür ihre Tore geöffnet. Vor dem Wendlandhaus haben die Burschen nach ihrem Fest am Samstag das Zelt dafür benutzt, um Gäste zu bewirten: Der Gartenbauverein verkaufte Kaffee und Kuchen - alle Einnahmen der Vereine wurden gespendet. Und im Saal sorgten etwa hundert freiwillige Helfer für den reibungslosen Ablauf. Der örtliche Rewe-Markt stellte Obst und Wasser zur Verfügung, eine Brauerei spendete Getränke.

Bürgermeister Ludwig Maurer (ÜWH) hatte Unterstützung der Gemeinde zugesagt: Der Bürgersaal und das Stüberl wurden zur Verfügung gestellt, Stühle und Tische aufgebaut. Gemeinderätinnen wie Hildegard Fröhlich und Barbara Meyer (beide ÜWH) zählten zu den Helfern. Der Ansturm war enorm, in den ersten Stunden reichte die Warteschlange vom Saal die Treppe hinunter bis zum Eingang, jeder Platz an die Tischen im Saal war gefüllt. Alois Fruth, die Vertreterinnen von Julias Freundeskreis und die zwei Vertreter der DKMS aus Tübingen waren begeistert: "Die Resonanz war toll", sagte Laura Riedlinger von der DKMS. An den Tischen wurden die potenziellen Spender über Typisierung und mögliche Stammzellenspende und Transplantation aufgeklärt, nach deren Einverständnis wurden mit Wattestäbchen Gewebeproben und Zellmaterial von der Wangenschleimhaut bei 976 Teilnehmern zwischen 17 und 55 Jahren entnommen. Die Proben werden auf Gewebemerkmale im Labor der gemeinnützigen Gesellschaft DKMS in Dresden untersucht und anonymisiert im zentralen Stammstellenregister in Ulm zur Verfügung gestellt, bei der Kliniken nach passenden Spendern für ihre Krebspatienten weltweit suchen können. Auch Geld für die teuren Registrierungen wurde gespendet.

"Die Hilfsbereitschaft war gewaltig, vielen Dank dafür", zeigt sich Alois Fruth, der die Familie Julias gut kennt, zufrieden. "Ich würde gerne helfen", sagte Patrick Oberleitner aus Hohenlinden, der sich wie Fabia Gravagna und Mario Kohl aus Unterföhring registrieren ließ. "Es war toll zu sehen, wie hilfsbereit die Menschen sind", sagte Renate Bolscho, Vorsitzende des Gartenbauvereins. "Wir haben gerne geholfen", fügten Georg Regauer, Daniel Tost und Martin Oberemaier vom Burschenverein an.

Wer mit einer Geldspende helfen möchte kann dies unter dem Spendenkonto bei der Commerzbank, IBAN DE47700400608987000115, Verwendungszweck "Julia".