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Isen:"Die Schnittmenge ist hoch"

Raiffeisen-Volksbank Isen-Sempt ist hinsichtlich einer Fusion mit der VR-Bank Erding zuversichtlich. Vorstandsvorsitzender Friedrich Reiser spekuliert bereits über weitere Zusammenschlüsse

Von Philipp Schmitt, Isen

"Wir müssen unsere Kräfte bündeln. Ein Zusammenschluss mit der VR-Bank Erding kann dafür der richtige Weg und eine gute Lösung sein", sagte am Montag der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen-Volksbank-Isen-Sempt (RVB) Friedrich Reiser in der Vertreterversammlung im Gasthaus "Klement" zur bereits angekündigten Fusion, die im nächsten Jahr stattfinden soll. Durch den Zusammenschluss könnte "das Tal der Tränen" in einem schwierigen Markt mit Niedrigzinsniveau, intensivem Wettbewerb und neuen bürokratischen Hürden überwunden.

Die in den Landkreisen Erding und Ebersberg entstehende neue Bank könnte wettbewerbsfähiger werden, wie es bei der RVB seit Jahrzehnten mit Fusionen 1994, 2000 und 2003 Tradition hat: "Wir wollen die Fusion aber überlegt angehen und nach der erfolgreichen Sondierung die Gespräche fortsetzen", sagte Reiser: "Die Gespräche sind auf einem gutem Weg. Wir machen Fortschritte und haben eine große Schnittmenge und Übereinstimmung bei Unternehmensphilosophie und Geschäftsstrategie." Er fügte an, dass die 2017 anvisierte Verschmelzung in den nächsten Jahren nicht der Schlusspunkt der Veränderungen sein müsse, denn aufgrund der Marktentwicklung könne er sich darüber hinaus in den nächsten Jahren sogar vorstellen, dass die entstehende neue Bank künftig "offen für weitere sinnvolle Zusammenschlüsse mit Genossenschaftsbanken aus den Nachbarlandkreisen" wäre. Der RVB- Vorstandsvorsitzende berichtete von den strategischen Vorteilen eines Zusammenschlusses mit der im Oberzentrum Erding, "dem wirtschaftlichen Magneten der Region", tätigen VR Bank. Durch die Fusion könnten Schwachstellen im personellen Bereich ohne teure Neueinstellungen gelöst werden. Zudem könnte der 60-jährige Reiser dann nach erfolgter Weichenstellung in den nächsten Jahren über den Ruhestand nachdenken. Im Vorfeld der möglichen Fusion wurde zudem der Aufsichtsrat der RVB nach dem altersbedingten Ausscheiden des früheren Walpertskirchener Bürgermeisters Georg Heilmeier und des Isener Landwirts Zeno Lomaier von elf auf neun Mitglieder reduziert. Dabei wurde auf die Nachbesetzung aus Walpertskirchen und Isen verzichtet, damit die neun Aufsichtsräte der RVB auch nach der Fusion (die VR-Bank stellt sechs Aufsichtsratsmitglieder) weiter im Kontrollgremium der neuen Bank arbeiten könnten. Der Kritik einiger Vertreter, dass Isen und Walpertskirchen künftig im Aufsichtsrat nicht mehr personell vertreten seien, entgegnete Reiser, dass bei der Besetzung der Regionalproporz keine Rolle spielen dürfe und die Kompetenz entscheiden müsse. Der Forsterner Bürgermeister Georg Els (FW) forderte noch vor der für die Fusion entscheidenden Vertreterversammlung 2017 einen Zwischenbericht des Vorstands zum Stand der Fusions-Verhandlungen. Reiser kündigte dazu an, dass bei einem erfolgreichen Verlauf der Verhandlungen Informationsveranstaltungen stattfinden sollen. Reiser teilte zudem mit, dass die RVB mit 542 Millionen Euro Bilanzsumme und die VR Bank Erding mit 417 Millionen Euro Bilanzsumme (je 2015) nach der Fusion eine in der Bankenlandschaft "angemessene und vernünftige Größe" erreichen würde. Nachdem vor drei Jahren bereits Verhandlungen zur Fusion mit einer anderen Nachbargenossenschaft scheiterten, soll es dieses Mal mit der VR klappen: "Die Schnittmenge ist hoch."

© SZ vom 08.06.2016
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