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In Verhandlungen:Klinikum Taufkirchen expandiert

Mittelfristig ist die Einrichtung eines Reha- oder Therapiezentrums für Hirngeschädigte geplant. Der Bezirk will zudem bis zu 180 Wohneinheiten für das Personal auf der Gutswiese errichten

Das Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen will sein Angebot erweitern. Wie Bürgermeister Franz Hofstetter in der vergangenen Gemeinderatssitzung berichtete, habe man mittelfristig die Einrichtung eines Reha- oder Therapiezentrums für Hirngeschädigte ins Auge gefasst. Die Verhandlungen würden bereits laufen, sagte Hofstetter, der als Bezirksrat mit dem Klinikum gut vertraut ist. Hofstetter schilderte das Vorhaben anlässlich der Aufstellung eines neuen Bebauungsplans auf dem Areal der "Gutswiese". Dort sollen 180 Wohneinheiten für Mitarbeiter des Klinikums und eine weitere Kindertagesstätte entstehen.

Als Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und psychosomatische Medizin ist das kbo-Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen das regionale Kompetenzzentrum für alle psychiatrischen Krankheitsbilder mit zwei von Chefärzten geleiteten Fachbereichen. Das Klinikum ist in zwei Fachbereiche aufgeteilt: die Allgemeinpsychiatrie I mit je einer geschlossenen und offenen Akutstation sowie einer neuropsychiatrischen Station mit dem "Huntington-Zentrum-Süd und die Allgemeinpsychiatrie II mit einer offenen Psychotherapiestation, je einer offenen und geschlossenen Station für Suchtkranke und zwei gerontopsychiatrischen Stationen und zudem einer forensischen Frauenabteilung. Das Klinikum zählt zu den größten Arbeitgebern in Taufkirchen, etwa 750 Mitarbeiter sind dort tätig.

Nachdem auch in der Pflege der Wettbewerb um Fachkräfte groß ist, will der Bezirk Oberbayern in Taufkirchen mit günstigem Wohnraum punkten. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben, weil an die Klinik angrenzende Flächen Eigentum des Bezirks sind. Auf dem Areal "Gutswiese" soll nun gebaut werden. Es sind zum einen Wohnbauflächen vorgesehen, die dem Personal des Bezirks zu Gute kommen sollen, zum anderen zwei Baufelder für sozialtherapeutisches Wohnen sowie eine weitere Heimeinrichtung. Es sollen vier Wohnquartiere und zwei Baufelder für die besonderen Wohnformen entstehen. Die Wohnbauflächen sind in einzelne Cluster strukturiert mit den dazugehörigen Stellplätzen in Tiefgaragen. Die Gebäude sollen sich durch ihre Kleinteiligkeit und die differenzierte Struktur gut in die umgebende Bebauung integrieren. Es sind sowohl Geschoßwohnungen als auch Reihenhäuser in einer variablen Durchmischung möglich. Die Häuser orientieren sich jeweils um einen zentralen Hof mit Gemeinschaftsflächen und Spielplätzen. Die Höfe sollen möglichst autofrei gehalten werden, um eine möglichst hohe Freiraumqualität zu schaffen. Die Gebäude für die vorgesehenen Heimeinrichtungen folgen ebenfalls dem städtebaulichen Gedanken der Hofbildung. Jeweils dreigeschoßige, zusammenhängende Gebäudekörper gruppieren sich um einen zentralen Innenhof.

Die Verkehrsanbindung erfolgt im Westen von der Reckenbacher Straße aus und von Süden über die Veldener Straße über einen noch zu errichtenden Kreisel. Nach Norden hin ist zusätzlich eine Vorhaltefläche vorgesehen für eine spätere Anbindung an das bestehende Gewerbegebiet "An der Reckenbacher Straße".

Es könnten je nach Verteilung etwa 180 Wohneinheiten entstehen. Die Gesamtfläche des Umgriffs beträgt 5,75 Hektar. Im Süden des Ausweisungsgebietes an der Veldener Straße ist die Errichtung einer Kindertagesstätte vorgesehen.

Der Gemeinderat hat die Aufstellung des Bebauungsplans ohne Diskussion genehmigt. Bürgermeister Hofstetter sprach von zukunftsweisenden Überlegungen, die Taufkirchen als Standort der Gesundheitsvorsorge festigten. Die 180 Wohnungen sollen nicht gleichzeitig gebaut werden, sondern jeweils wenn eine Weiterentwicklung als notwendig erachtet wird.