Corona-Pandemie:Die Ruhe vor dem Ansturm

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Corona-Pandemie: Termine frei: Das Impfzentrum ist von der Haager Straße an die Dorfener Straße 14 umgezogen.

Termine frei: Das Impfzentrum ist von der Haager Straße an die Dorfener Straße 14 umgezogen.

(Foto: Renate Schmidt)

Das Erdinger Impfzentrum ist erneut umgezogen. Noch herrscht gähnende Leere in den neuen Räumlichkeiten. Im Herbst erwartet das Bayerische Rote Kreuz jedoch einen großen Andrang.

Von Marie Seifert, Erding

Die Corona Pandemie ist in den Köpfen der Menschen mal wieder in der Sommerpause. In den letzten Monaten ist die Thematik, aufgrund der weggefallenen Einschränkungen, immer mehr in den Hintergrund gerückt. Und das, obwohl die Infektionszahlen derzeit wieder ansteigen. Doch schon bald erwartet das Bayerische Rote Kreuz (BRK) Erding einen großen Ansturm auf das Impfzentrum, denn im Herbst drohen erneut Einschränkungen. Darauf ist das BRK in den neuen Räumlichkeiten vorbereitet. Seit zwei Wochen befindet sich das Impfzentrum Landkreis Erding im ehemaligen Gebäude des Arbeitsamts in der Dorfener Straße 14.

Auf der Suche nach einer Immobilie habe das BRK schnell Unterstützung bei der Stadt Erding gefunden: Vorsitzender Jürgen Loher zeigt sich am Montag bei der Besichtigung sehr zufrieden über den neuen Standort und den problemlos abgelaufenen Umzug dorthin. "Unseren Auftrag können wir hier perfekt erfüllen", so Loher. Noch herrscht in dem langen Flur des Containergebäudes gähnende Leere, doch die Mitarbeiter des BRK bereiten sich auf eine steigende Nachfrage vor. Laut Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Pressesprecherin am Landratsamt Erding, wurden zuletzt 134 Impfungen pro Woche im Impfzentrum durchgeführt. Darunter sowohl Erst-, Zweit-, als auch Auffrischungsimpfungen. Bei Ärzten lag der Wert bei 90 verabreichten Dosen.

Corona-Pandemie: Bei der Besichtigung der neuen Räumlichkeiten (von links): Albert Thurner, stellvertretender BRK Kreisgeschäftsführer, OB Max Gotz, BRK Vorsitzender Jürgen Loher, Landrat Martin Bayerstorfer, Ärztlicher Leiter Hermann Schöberl, Susanne Wohlberg und Elisabeth Schwaiger, die Leiterinnen des Impfzentrums.

Bei der Besichtigung der neuen Räumlichkeiten (von links): Albert Thurner, stellvertretender BRK Kreisgeschäftsführer, OB Max Gotz, BRK Vorsitzender Jürgen Loher, Landrat Martin Bayerstorfer, Ärztlicher Leiter Hermann Schöberl, Susanne Wohlberg und Elisabeth Schwaiger, die Leiterinnen des Impfzentrums.

(Foto: Renate Schmidt)
Corona-Pandemie: Das Impfzentrum in den neuen Räumen an der Dorfener Straße 14.

Das Impfzentrum in den neuen Räumen an der Dorfener Straße 14.

(Foto: Renate Schmidt)
Corona-Pandemie: Noch herrscht Leere im Impfzentrum an der Dorfener Straße 14.

Noch herrscht Leere im Impfzentrum an der Dorfener Straße 14.

(Foto: Renate Schmidt)

Gründe, sich jetzt noch für eine Impfung zu entscheiden, gibt es verschiedene, weiß Hermann Schöberl, ärztlicher Leiter des Impfzentrums. Dazu zählt er beispielsweise psychische Störungen und Ängstlichkeit, die es den Leuten bisher verwehrt hätten, sich impfen zu lassen. Laut Schöberl soll es auch tatsächlich Kunden geben, die noch nie etwas von Corona gehört haben. Auch die einrichtungsbezogene Impfpflicht ist oft Motivation.

Die Nachfrage nach der vierten Impfung ist derzeit hingegen noch relativ gering. Elisabeth Schwaiger, eine der beiden Leiterinnen des Impfzentrums, weiß, dass sich manche damit beispielsweise für einen Urlaub wappnen. In manchen Ländern sei es eine Voraussetzung frisch geimpft zu sein, um einreisen zu dürfen. Doch der Großteil wartet laut Schwaiger derzeit noch ab. Wahrscheinlich auch mit der Hoffnung auf neue, an die Omikron-Variante angepasste Impfstoffe, die frühestens im September freigegeben werden, mutmaßt die Leiterin. Andere warten auf zurückkehrende Maßnahmen, die einem die Gefahren der Pandemie erst wieder bewusst machen. Auch Loher geht davon aus, dass die Impfzahlen wieder deutlich steigen werden. Er erwartet hauptsächlich bereits geimpfte Personen, die sich boostern lassen. "Nach einem halben Jahr ist eine Auffrischungsimpfung sinnvoll, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten", erklärt Schöberl. Das Team ist sich einig: Es wird spannend werden im Herbst.

Bei Hochbetrieb stehen bis zu vier Arztzimmer zur Verfügung

"Die Räumlichkeiten haben wir auf jeden Fall", sagt Susanne Wohlberg, Leiterin des Impfzentrums. Aktuell ist aber nur eins der insgesamt drei Arztzimmer in Benutzung. In der Not könnten sie sogar ein viertes Zimmer dazu ausstatten. Hier muss man "keine langen Wege" auf sich nehmen, erklärt Wohlberg. Nach einer ersten Dokumenten-Check-Station direkt am Eingang, wird man in den anliegenden Warte- und Nachbeobachtungsraum gebeten. Dort ruft dann ein Bildschirm digital dazu auf, das gegenüberliegende Arztzimmer zu betreten. In diesem warten Arzt oder Ärztin, Verwaltungskraft und medizinische Fachangestellte. Derzeit verabreichen sie die Impfstoffe Biontech, Moderna, Novavax und einen Kinder-Impfstoff.

Die Mitarbeiter des Impfzentrums sind sich einig, dass sich die Räumlichkeiten perfekt als Impfzentrum eignen. Parkplätze gibt es sowohl vor, als auch hinter dem Gebäude. Sogar eine Anreise mit dem Zug bietet sich durch die unmittelbare Nähe des Erdinger Bahnhofs an.

Öffnungszeiten Impfzentrum Erding: Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag 8 Uhr bis 16 Uhr, Donnerstag 8 Uhr bis 20 Uhr, ohne Termin. Alle Infos auch unter impfzentrum-erding.online

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