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Heimatgeschichte:"Nicht mit Geld aufzuwiegen"

Lokaljournalist Josef Heilmaier hat ein umfangreiches Archiv über Taufkirchen angelegt. Sein Sohn und seine Schwiegertochter haben es nach seinem Tod nun der Gemeinde geschenkt

Josef Heilmaier hat als Lokaljournalist und Hobbyhistoriker die Geschichte Taufkirchens dokumentiert. Sein Sohn und seine Schwiegertochter haben dieses Archiv, das er bis zum Tod im Jahr 2014 aufgebaut hat, nun der Gemeinde gespendet. Bürgermeister Franz Hofstetter sprach von einem "Geschenk, das mit Geld nicht aufzuwiegen ist".

Josef Heilmaier war ein Taufkirchener mit Leib und Seele und wissbegierig dazu. Seit Ende der 1970er Jahre arbeitete er nebenberuflich für die Moosburger Zeitung und den Dorfener Anzeiger. Sein Sohn Manfred sagte bei der offiziellen Übergabe im Rathaus, sein Vater sei über die Leidenschaft für die Fotografie zur Zeitung gekommen.

Die Feuerwehr bei einer Löschpause hat Heilmaier selbst fotografiert.

(Foto: Privat)

Heilmaier war im Bezirkskrankenhaus beschäftigt und hat sich daher früh mit der Geschichte des Wasserschlosses beschäftigt. Zusammen mit Bodo Gsedl und Hubert Kemper hat er das sehr lesenswerte Buch "Wasserschloss Taufkirchen" verfasst, das 2008 erschienen ist. Nach Feierabend engagierte er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr oder nahm für die Lokalpresse an Veranstaltungen teil. Im Lauf der Zeit baute er zwei Archive auf: Die Geschichte Taufkirchens, die er fast 1000 Jahre zurück verfolgte, sowie eine dichtere Chronik der vergangenen 100 Jahre. Er sammelte alte Taufkirchener Fotos aus privaten Alben, aber auch Broschüren von Vereinsjubiläen oder alte Schulbücher. Außerdem hatte er sich die Mühe gemacht, diese beiden Archive zu digitalisieren und auf Dreieinhalb-Zoll-Disketten abzuspeichern. Sein Sohn Manfred hat diese "Berge an Disketten" auf zwei Festplatten zusammengefasst und zusammen mit den Originalen auf Papier dem Gemeindearchiv gespendet. Hans Jell und Konrad Karbaumer, die das Archiv betreuen, wollen die Unterlagen sichten und pflegen. "Ich habe zum Sepp einen ganz guten Kontakt gehabt", sagte Karbaumer. "Wir waren gemeinsam bei der Feuerwehr und haben auch die Chronik der Feuerwehr gemeinsam bewerkstelligt." Er habe noch zu Lebzeiten Heilmaiers gelegentlich einen Blick in sein Archiv werfen können: "Sie ist von ganz großem historischen Wert."

Diese Ansicht Taufkirchens stammt aus Heilmaiers Fotosammlung.

(Foto: Privat)

Manfred Heilmaier sagte, "mir ist es wichtig, dass das Archiv nicht auf dem Dachboden verstaubt. Was bringt es, wenn es in Kartons liegt". Er selbst sei mit der Pflege des Archivs überfordert, "die Fußstapfen waren mir zu groß", daher gebe er es gern in erfahrenere Hände. Hans Jell betonte, das Interesse an der Taufkirchener Geschichte sei lebendig, er erhalte laufend Anfragen, die geschichtliche Aspekte betreffen: "Ich gebe das Material dann digital weiter." Jell kündigte zudem an, dass er erneut eine Ausstellung "Taufkirchen in alten Ansichten" vorbereite, die noch in diesem Jahr bei "Advent im Schloss" zu sehen sein werde. Dabei bietet sich sicher auch die Gelegenheit, ein paar Schätze aus Heilmaiers Archiv zu bergen.