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Gegner der Isental-Trasse:Klage gegen Enteignung

Neue Runde im Streit um die geplante Autobahn A 94 durch das Isental: Im Oktober ziehen die Gegner der geplanten Trasse vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.

Im Oktober geht die Auseinandersetzung um die geplante Autobahn A 94 durch das Isental in eine weitere Runde. Die Klagegemeinschaft aus fünf landwirtschaftlichen Betrieben und dem Bund Naturschutz wehrt sich dabei vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die Enteignung ihrer Flächen.

Heiner Müller-Ermann engagiert sich seit 23 Jahren im Bund Naturschutz und in der "Aktionsgemeinschaft gegen die A 94" gegen den Bau der Trasse. Er ruft in einer Pressemitteilung erneut zum Widerstand auf, auch wenn die Chancen auf einen Erfolg vor Gericht nicht mehr groß seien. "Jetzt aufzugeben wäre unverantwortlich. Wenn es um so viel geht, kann man nicht vor der Zeit resignieren."

Täglich sei in den Nachrichten zu sehen, dass der Klimawandel Realität sei, sagt Müller-Ermann. Die Vorhersagen der Wissenschaftler würden sich auf dramatische Weise bestätigen. "Wer kann da noch - elf Kilometer neben der B 12 - eine zweite Bundesfernstraße für Tempo200 bauen, wenn man doch genau diese B12 zu einer sicheren und leistungsfähigen Verbindung machen könnte?"

Die Gegner halten die A 94 auch deshalb für "verkehrspolitischen Wahnsinn", weil sie neben der Bahnlinie zu liegen käme. Dorfens Bund-Naturschutz-Chef Jakob Baumgartner: "Aber das Verkehrsministerium hält es für intelligent, mit einer Autobahn der Schiene Kundschaft abzujagen."

Müsste die Wirtschaft, so wie es beim Transrapid und in Wackersdorf vorgesehen war, bei der A 94 mitbezahlen, wäre nach Ansicht der Aktionsgemeinschaft und des Bund Naturschutz schon lange eine Lösung im Bereich der bestehenden B12 verwirklicht. Denn jeder Unternehmer würde eine vergleichende Nutzen-Kosten-Analyse der beiden Trassen durchführen, heißt es in der Mitteilung.

Nur der Bundesverkehrsminister wehre sich dagegen. Von besonderer Bedeutung im politischen Kampf sei auch die Frage der künftigen Mobilität. Auch die Bundesregierung erkenne, dass Erdöl immer knapper und damit teurer werde. Sie starte deshalb eine Offensive für Elektroautos. "Für diese leichteren und langsameren Fahrzeuge braucht man jedoch keine Hochgeschwindigkeitstrassen mehr. Eine vierspurig ausgebaute B 12 wäre die passende Lösung", so Heiner Müller-Ermann. Wer all diese Gründe zusammenfasse, der könne den Kampf einfach nicht aufgeben.

© SZ vom 17.08.2010/maz/hai
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