"Ganz großer Magnet" Sprudelnde Attraktion

So viel Spaß sollen die Kinder in Dorfen auch mal haben, wenn die Wasserspiele am Unteren Markt eingebaut sind. Dieses Foto zeigt - zur Illustration des Vorhabens - ein bereits installiertes und mit viel Freude genutztes Fontänenfeld in der griechischen Hauptstadt Athen.

(Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa)

Ein so genanntes Fontänenfeld soll den Unteren Markt aufhübschen. Aus im Boden eingelassenen Düsen soll Wasser spritzen und nachts farbig leuchten

Von Florian Tempel, Dorfen

Die Stadt Dorfen will ihren zentralen Platz, den Unteren Markt, mit einem so genannten Fontänenfeld ausstatten. Ein Fontänenfeld ist eine Art ebenerdiger Brunnen, bei dem aus einer Vielzahl von Düsen im Boden Wasser in die Luft spritzt. Mal höher, mal niedriger, mal gar nicht, alle Fontänen auf einmal oder hintereinander oder durcheinander. Andernorts sind solche Fontänenfelder der Renner an heißen Sommertagen. Ein "ganz großer Magnet", wusste die Stadtplanerin Martina Schneider dem Stadtrat zu berichten. Warum? "Weil die Kinder super gerne da spielen" - und es ein Hingucker ist.

Zum Begehen gedacht

In Dorfen wird schon seit längerem überlegt, wie man den Marktplatz etwas aufhübschen könnte. Als der Platz vor Jahren gepflastert wurde, bekam die Stadt vom Steinplatten-Verkäufer einen Brunnen obendrauf geschenkt. Es ist ein recht einfacher steinerner Brunnen, und nicht alle sind der Meinung, dass er eine Zierde für den Unteren Markt ist. Dass er weg muss, wurde beschlossen, als der ehemals in Dorfen - von 1988 bis 1995 im Schloss Kalling - ansässige Künstler Alessandro Kococinski der Stadt 2012 eine Plastik schenkte. Da hatte man die Idee, die "Jakobsleiter" auf Höhe des Kulturzentrums Jakobmayer aufzustellen, genau da wo der Brunnen steht. Allerdings erwies sich das als schwierig und die Idee wurde verworfen. Die aus in Bronze gegossene "großartige Skulptur" soll nun, erklärte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) im Lichthof des neuen Rathauses aufgestellt werden, wo sie auch vor Vandalismus geschützt ist.

Ein Fontänenfeld ist hingegen ein Objekt, das ausdrücklich zum Begehen gedacht ist. Stadtplanerin Schneider zeigte den Stadträten zahlreiche Fotos von Fontänenfeldern in verschiedenen Städten - überall waren fröhliche Kinder zu sehen. Schneider erklärte, dass die Fontänen computergesteuert in variablen Rhythmen und Programmen Wasser spritzen können. Auch die Art, wie das Wasser rauskommt, können man einstellen: Von Nebel zerstäubend über quellend und plätschernd bis kraftvoll spritzig. Auch die nächtliche Beleuchtung lasse sich in mannigfaltiger Weise einstellen und steuern. Jede Düse im Boden haben nicht nur einen Wasser-, sondern auch einen Lichtanschluss. Über Glasfaserstränge wird Licht von einem zentralen Projektor zu allen Bodendüsen geleitet, wo das Licht über eine Linse das nach oben sprudelnde Wasser zum Leuchten bringt. Das Wasser selbst ist der Lichtträger.

Die Düsen können abgeschaltet werden - ein Vorteil.

Ein Fontänenfeld hat noch einen großen Vorteil. Man kann es einfach abschalten. Da die Wasserdüsen ebenerdig in den Boden eingelassen sind, können Märkte oder Open Air-Konzerte problemlos stattfinden. Die Kosten für ein Fontänenfeld kalkulierte Schneider mit 120 000 bis 180 000 Euro. Die Stadt darf 60 Prozent Zuschuss aus der Städtebauförderung erwarten.

Die Stadträte waren fast einhellig vom Fontänenfeld angetan. Es sei eine "Aufwertung", eine "Bereicherung", "optisch ansprechend und funktional praktikabel". Nur drei Stadträten missfielen die Kosten, also stimmten sie dagegen. Die Befürworter waren sich jedoch darin einig, dass man einen erfahrenen Brunnenbauer beauftragen sollte. Stadtplanerin Schneider hatte sie zuvor entsprechend gewarnt, unbedingt einen Experten zu nehmen: "Es gibt genau so viele Kommunen, die mit ihrem Brunnen zufrieden sind, wie Kommunen, die mit ihnen unzufrieden sind."