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Freising/Erding:Auslandsgeschäft als Chance

Laut Hypo-Vereinsbank sind rund 11 000 Arbeitsplätze verknüpft

Erfolgsfaktor Ausland: Ein großer Teil der Unternehmen in der Region arbeitet mit Firmen außerhalb Deutschlands zusammen und profitiert von dem hohen wirtschaftlichen Wachstum in einigen Ländern. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der Hypo-Vereinsbank, welche die Bank am Montag in Freising vorgestellt hat. Konkret steht im Raum Freising, Dachau und Erding demnach jeder zehnte Arbeitsplatz in direktem Bezug zum Auslandsgeschäft - im Raum Freising allein ist es sogar jeder achte Arbeitsplatz.

Bei den rund 8000 Freisinger Unternehmen hängen demnach etwa 11 000 Arbeitsstellen direkt mit dem Auslandsgeschäft zusammen, schreibt die Bank in einer Mitteilung. Und die Firmen profitieren davon offenkundig, zum Beispiel das verarbeitende Gewerbe: Der Auslandsumsatz habe im Jahr 2016 rund 1,2 Milliarden Euro betragen, so die Bank, "die Freisinger Industriebetriebe verdienen damit etwa jeden zweiten Euro im Ausland."

Der Grund, warum sich die Hypo-Vereinsbank dafür interessiert, ist, dass durch das Auslandsgeschäft viele Unternehmen bei Zahlungen eine andere Form der Absicherung benötigen. So könnten Freisinger Firmen zum Beispiel Schwierigkeiten bekommen, wenn Partnerunternehmen im Ausland zu spät bezahlen. Für Absicherung sorge das sogenannte Akkreditiv, bei dem die ausländische Bank ein Zahlungsversprechen leiste, heißt es. Neue technologische Angebote machten die Überweisungen transparenter und minimierten das Risiko für die Firmen. Zu den Risiken für Unternehmen gehöre dabei auch der jeweilige Währungskurs eines Landes: Denn auch wenn eine Partnerfirma pünktlich zahlt, könne ein schlechter Kurs das Geschäft des Freisinger Betriebs dementsprechend belasten. Generell empfiehlt die Bank Beratungsgespräche, bei denen mögliche Formen der Absicherung im internationalen Geschäft geklärt werden.

Diese Fragen werden nach Aussagen der Bank in Zukunft noch einmal mehr Firmen aus der Region betreffen. "Trotz der Unsicherheiten mit Blick auf den Welthandel werden internationale Aktivitäten immer wichtiger", sagt Matthias Brückl, Leiter des Firmenkundengeschäfts bei der Hypo-Vereinsbank München. Gerade mittelständische Unternehmen bauen ihr internationales Geschäft demnach weiter aus und investieren im Ausland. Mit welchen Ländern die Firmen der Region dabei zu tun haben, ändert sich: Zentral- und osteuropäische Länder wie Ungarn, Rumänien, Slowenien, Kroatien und Bulgarien gewinnen an Bedeutung. Die Exporte in diese Länder seien zwischen 2013 und 2017 im bayernweiten Durchschnitt um mehr als zwölf Prozent pro Jahr angestiegen, heißt es in der Mitteilung. Im Gegensatz dazu sind die Exporte in die fünf wichtigsten Exportmärkte Bayerns, darunter die USA und China, im gleichen Zeitraum nur leicht gewachsen.

Gut ist das für Firmen aus der Region, weil die Wirtschaft in vielen dieser Länder wächst: Durch Internationalisierung könnten Freisinger Unternehmen von den häufig höheren Wachstumsraten außerhalb Deutschlands profitieren, ist Brückl überzeugt. Außerdem würden viele Unternehmen aus dem Raum Freising zunehmend an eine Wachstumsgrenze stoßen, wenn sie sich nur auf den deutschen Markt beschränken.