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FOS/BOS Erding:Nach Verlängerung

fos bos erding

Der stellvertretende Landrat Franz Hofstetter mit den Allerallerbesten: Lena-Marie Englhart (Mitte) und Nina Aigner schlossen mit 1,0 ab.

(Foto: Privat)

Die FOS/BOS Erding hat nun auch ihre Absolventen verabschiedet, mehr als an allen drei Gymnasien zusammen

Von Antonia Steiger, Erding

Der Fokus im bayerischen Schulwesen liegt oftmals auf den Gymnasien und ihren Absolventen. So auch am Ende dieses Schuljahres, als sich alle darüber Gedanken gemacht hatten, ob und wie die jungen Leute ihre Prüfungen ablegen, wo sie ihre Abiturzeugnisse erhalten und ob das auch gefeiert werden darf. Manchmal kommt es den Schülern und Lehrern an den Fachober- und Berufsoberschulen dann so vor, als wenn man sie vergessen würde, jetzt war es wieder so. Das sagt Klaus Schmitz von der FOS/BOS Erding. Während die drei Gymnasien im Landkreis jeweils zwischen 98 und 163 Schülern zum Abitur geschleust haben, stand die FOS/BOS vor einer ungleich größeren Aufgabe: Mehr als 400 junge Frauen und Männer haben in diesem Schuljahr ihren Abschluss gemacht, teils mit Fachhochschulabitur, teils mit der fachgebundenen, teils mit der allgemeinen Hochschulreife. Ein Kraftakt mit Folgen: Die Ferien haben für die Lehrer erst an diesem Freitag begonnen. Die Zeugnisse wurden erst in dieser Woche übergeben.

Schmitz ist Fachbetreuer für Mathematik und Physik und dementsprechend bewandert in technischen Dingen. Als die bayerische Regierung das Land im März in den Lockdown geschickt hat, stellten einige seiner Schüler mit eigenen Servern Netzwerke zusammen, der Übergang in den digitalen Unterricht gelang gut, wie Schmitz sich erinnert. Und auch seine Kollegen zogen mit. Er sei beeindruckt gewesen, sagt er, mit welchem Engagement die Lehrer Wege gesucht hätten, um ihre Schüler zu betreuen und "wie gut sie aufgestellt waren". Die Schule habe das "gut in den Griff bekommen". Auch viele Schüler gingen den Weg mühelos mir. "Die guten waren schon immer selbst organisiert, die sind auch gut geblieben." Schwieriger sei es für etwas schwächeren gewesen, die den direkten Kontakt zum Lehrer im Unterricht benötigen würden. Sie litten unter den veränderten Bedingungen.

Zu Prüfungsvorbereitung hat die FOS/BOS ihre Schüler aber wieder in die Schule geholt. Präsenzunterricht im Schichtbetrieb, was die doppelte Belastung für die Lehrer mit sich brachte. Abstandsregeln mussten eingehalten werden, Klassen wurden aufgeteilt. Und das hatte weitere Folgen: "Der Klassenverband wurde aufgelöst, aber auch der Lehrerverband." Das Kaffeetrinken und der Gedankenaustausch im Lehrerzimmer fielen einfach weg. Später wurden Videokonferenzen eingeführt. "Da hat man sich wenigstens mal wieder gesehen, aber in den Arm konnte man sich nicht nehmen." Die FOS/BOS hat die Herausforderung bewältigt, wie andere Schulen auch, nur eben mit sehr viel mehr Absolventen. Prüfungen wurden verschoben, Korrekturen und mündliche Prüfungen ebenso. In der vergangenen Woche am Mittwoch, da hatten alle anderen Schüler und Lehrer schon Ferien, bekamen alle ihre Zeugnisse. Wieder in geteilten Klassen, mit Abstandsregeln und mit Videobotschaften von höherer Stelle. Die Landräte aus Erding und Ebersberg, Martin Bayerstorfer und Robert Niedergesäß, beide CSU, schickten Grüße, ebenso Erdings OB Max Gotz (CSU) und Magdalena Föstl, die stellvertretende Ebersberger Landrätin. Alle drückten den Schülern ihren Respekt aus, gratulierten ihnen und wiesen auf die besonderen Herausforderungen hin, die dieser Jahrgang zu meistern habe.

340 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 haben ihre Fachhochschulreifezeugnisse und die 67 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 ihre Zeugnisse der fachgebundenen oder der allgemeinen Hochschulreife bekommen.

In der Aula wurden dann die Besten geehrt. Schulleiter Jens Baumgärtel verwies auf die schwierige Situation, in der die Schüler die Prüfungsvorbereitung und die Prüfungen absolvieren mussten. Er habe sich zuversichtlich gezeigt, teilt Schmitz mit, dass diese Erfahrungen bei beruflichen und privaten Herausforderungen helfen würden. Die besten 15 Absolventen ehrte der stellvertretende Landrat Franz Hofstetter.

© SZ vom 01.08.2020

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