FMG: "Gute bis sehr gute Werte" Gute Noten für Luftqualität - und ein paar Fragen

Flughafen München stellt Messergebnisse von Schwaig vor. Bürgerverein Freising vermisst Aussagen zu Ultrafeinstaub

Von Regina Bluhme, Oberding

Fast ein Jahr lang hat die Flughafen München GmbH (FMG) in der Oberdinger Ortschaft Schwaig mit einer mobilen Station die Schadstoffe in der Luft gemessen. Das Ergebnis wurde am Dienstag in der öffentlichen Gemeinderatssitzung im Bürgerhaus vorgestellt: Laut FMG erreicht die Luftqualität beim Airport-Anrainer "gute bis sehr gute Werte". Während die Gemeinderäte die Info kommentarlos zur Kenntnis nahmen, meldete sich eine Besuchergruppe aus Freising äußerst skeptisch zu Wort. Der Bürgerverein zur Vermeidung von Lärm und Schadstoffbelastungen kritisierte, dass bislang die Konzentration von Ultrafeinstaub nicht erfasst wird. Es entwickelte sich eine längere Debatte unter anderem auch über die Aussagekraft von Messgeräten und Grenzwerten.

Zwischen 16. Februar und 31. Dezember 2017 war die mobile lufthygienische Messstation der FMG an der Kirchenstraße, nahe der Pfarrkirche St. Korbinian, in Betrieb. Hermann Blomeyer, Leiter Umwelt bei der FMG, zählte die gemessenen Parameter auf: Feinstaub, Stickstoffoxide, Schwefeldioxid, Ozon, Benzo(a)pyren und Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylole, n-Alkale. Die Auswertung stellte Rebecca Dutzi vom Ingenieurbüro Müller-BBM aus Planegg vor. Um es kurz zu machen: Alle erhobenen Grenzwerte liegen laut Dutzi deutlich unter den vorgegebenen Grenz- und Zielwerten, Überschreitungen seien nicht ermittelt worden. "Die Luftqualität an der Messstelle in Schwaig lässt sich mit der Luftqualität von vorstädtischen bis ländlichen Gebieten vergleichen", sagte Dutzi.

Seit 2014 stelle der Flughafen München, der auf seinem Gelände zwei stationäre Messstationen betreibt, Gemeinden seine mehr als 100 000 Euro teure mobile Station zur Verfügung, teilt die FMG mit. Eitting, Pulling, Fraunberg, Haimhausen und Ismaning waren bereits dran, nach Oberding soll es in anderen Gemeinden weitergehen, so Hermann Blomeyer.

"Und was sagt die FMG zu Ultrafeinstaub?", erkundigte sich Oswald Rottmann vom Bürgerverein Freising. Hermann Blomeyer verwies darauf, dass es "einfach keine Messverfahren für Ultrafeinstaub" (USP) gebe, die der Bundesimmissionsschutzverordnung entsprechen würden. Von Grenzwerten ganz zu schweigen. Die Aussagekraft der vom Bürgerverein verwendeten USP-Handmessgeräte sah Blomeyer skeptisch. Ultrafeinstaub zu messen sei eine hochkomplexe Angelegenheit, von der reinen Anzahl der Partikel lasse sich nichts ableiten, erfuhren die Gemeinderäte. "Unsere Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache", sagte Wolfgang Herrmann vom Bürgerverein. Bürgervereinsvorsitzender Reinhard Kendlbacher verwies auf die Gefährlichkeit von Ultrafeinstaub, der direkt in die Blutbahn eindringe und unter anderem Krebs oder Asthma auslösen könne.

Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke (CSU) versuchte die Wogen zu glätten und versicherte, dass sich die Fluglärmkommission bereits seit längerem mit dem Thema Ultrafeinstaub beschäftige und mit der Regierung in Kontakt stehe. Man müsse nun "fassbare Grenzwerte und entsprechende Aussagen zu den Auswirkungen" abwarten.

Der vollständige Messbericht mit den Ergebnissen von Schwaig ist im Internet unter www.munich-airport.de/luftguete-oberding veröffentlicht und auch online im Oberdinger Amtsblatt nachzulesen.