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Flughafentangente Ost:Verkehrsachse gesperrt

Am Montag startete an der Brücke über die FTO nahe der Therme der Einhub von zwei je 40 Meter langen Stahlträgern.

(Foto: Renate Schmidt)

Jetzt beginnt der Ausbau der Flughafentangente Ost zwischen den Abschnitten Erding Süd und Erding Mitte

Von Philipp Schmitt, Erding

Die Flughafentangente Ost (FTO) ist noch bis Mittwochabend für den Neubau der Brücke über die FTO nahe der Therme und für die Vorbereitung des dreistreifigen Ausbaus zwischen Erding Süd und Erding Mitte komplett gesperrt. Die Umleitung erfolgt wie schon beim Abriss der Brücke Ende August 2020 wieder auf direktem Weg durch die Stadt über Klettham zurück zur FTO. Auf der wichtigen Verkehrsachse zum Flughafen fahren derzeit schon mehr als 20 000 Fahrzeuge am Tag, bis 2035 sind mehr als 35 000 Fahrzeuge am Tag prognostiziert. Die neue Brücke ist für den Ausbau unerlässlich. Sie soll bis Mitte Juli fertig sein. Nach der dreitägigen Sperrung werde bei laufenden Verkehr weiter gearbeitet, sagte Thomas Jakob, Pressesprecher des Staatlichen Bauamts Freising.

Am Montag startete an der Brücke der Einhub von zwei je 40 Meter langen Stahlträgern. Danach sollen 15 vorproduzierte Beton-Fertigteile mit einem Autokran eingehoben und in die Brücke eingebaut werden. Am Dienstag und Mittwoch wird dann an der Brücke ein Hilfsgerüst aufgestellt werden. Über dieses Außengerüst werden die Bauarbeiter bei laufendem Verkehr an der neuen Brücke arbeiten können. Jakob fügte an, dass die Sperrung der FTO darüber hinaus zur Vorbereitung des geplanten Ausbaus genutzt werde.

Der dreispurige Ausbau sieht vor, dass wechselseitig auf je 800 Metern Länge in jeder Fahrtrichtung ein Streifen zum sicheren Überholen angebaut wird. Die neue Brücke und der Ausbau auf drei Fahrbahnstreifen zwischen Erding Süd und Erding Mitte ist Teil des ersten Bauabschnitts, der bis Ende des Jahres abgeschlossen werden soll und voraussichtlich sieben Millionen Euro kostet. Der Freistaat übernimmt die Kosten für das Projekt, das für die Staatsregierung zur besseren Anbindung des östlichen Bayerns an den Flughafen hohe Priorität habe, wie Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) Ende August 2020 beim Startschuss gesagt hatte. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) hatte damals den dreistreifigen Ausbau zwar als Verbesserung befürwortet, langfristig aber wegen der Zunahme des Verkehrs zwischen Erding Süd und Erding einen vierten Streifen gefordert - wie dies auch im zweiten Bauabschnitt für das Teilstück zwischen Erding Nord und der Abfahrt zum Flughafen geplant ist.

Bis Mittwochabend wird die Baustelle für den Ausbau eingerichtet. Dafür werden die beiden Fahrstreifen eingeengt, verschwenkt und Leitwände aus Beton aufgestellt. Dadurch sollen Bauarbeiter und Autofahrer geschützt und die Fahrstreifen vom Baustellenverkehr getrennt werden. Während der Bauzeit gilt dort eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer. Jakob fügte an, dass die Tangente Ende des Jahres noch einmal für drei Wochen für die Asphaltierung komplett gesperrt werden müsse. Das Abtragen des Oberbodens und Vorbereiten des Unterbodens solle aber bei fließendem Verkehr erfolgen. Bislang kann der Zeitplan und Kostenrahmen für den Brückenbau und den dreispurigen Ausbau wohl eingehalten werden, hieß es. Anschließend soll der zweite Bauabschnitt mit dem vierstreifigen Ausbau zwischen Erding Nord und Abfahrt Flughafen folgen, demnächst läuft dafür die Auslegung im Planfeststellungsverfahren.

Der Ausbau der Flughafentangente solle zügig umgesetzt werden, hatte im Sommer 2020 Ministerin Schreyer in Erding gesagt. Die Verkehrsfreigabe des ersten Bauabschnitts sei für Herbst 2021 geplant. "Es wird wohl Ende des Jahres werden", sagte Thomas Jakob dazu. Die 1989 begonnene und 2010 nach zwanzig Jahren Bauzeit fertig gestellte FTO verläuft auf einer Länge von mehr als dreißig Kilometern als wichtige Verkehrsachse zwischen den Autobahnen A 92 zur A 94 durch die Landkreise Erding und Ebersberg.

© SZ vom 04.05.2021
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