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Fahrradfreundliche Kommune:Auf der Seite der Radfahrer

Wer einmal wirklich freie Bahn haben will, muss beim Triathlon antreten. Verbesserungen gibt es aber auch für alle anderen Radfahrer.

(Foto: Renate Schmidt)

Vor zwei Jahren hat Erding die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft beantragt. Einiges ist seitdem schon passiert

Erdings OB Max Gotz (CSU) wähnt seine Stadt auf dem richtigen Weg zur Anerkennung als fahrradfreundliche Kommune. Und tatsächlich: Christian Famira-Parcsetich, Leiter der Stadtentwicklung im Rathaus, listete in der Sitzung des Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschusses eine Vielzahl von Maßnahmen auf, die bereits ergriffen worden sind, damit Radfahren in Erding noch mehr Spaß macht. Zum Beispiel: Es gibt demnach kaum noch eine Einbahnstraße, die nicht für Radfahren in beiden Richtungen geöffnet worden sei.

Im September 2017 hatte die Stadt Erding einem Beschluss des Stadtrates aus dem Jahr 2013 zufolge einen Antrag bei der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) gestellt und um Aufnahme gebeten. Schon einen Monat später war eine Delegation der AGFK nach Erding gekommen und hatte im Zuge dieser "Erstbereisung" eine Bestandsaufnahme erstellt sowie einen Aufgabenkatalog präsentiert. Vier Jahre hat die Stadt Erding Zeit, um diese Aufgaben zu erledigen oder die Umsetzung konkreter Maßnahmen vorzubereiten, einiges ist aber auch schon nach zwei Jahren erledigt. So gab es bereits eine Verkehrsschau mit der Polizei mit dem Ergebnis, dass es in Erding keinen Unfallschwerpunkt gibt, an dem Radfahrer besonderen Gefahren ausgesetzt sind. An einigen Straßen wurden bereits Fahrradstreifen eingerichtet, zum Beispiel an der Alten Römerstraße oder an der Freisinger Straße. Wenn kein Radfahrer in Sicht ist, dürfen Autos diese Streifen überfahren; ansonsten genießen die Radfahrer dort jedoch einen besonderen Schutz. Im Stau kann man als Radfahrer aber auch auf einem Schutzstreifen stehen, darauf wies FW-Sprecherin Petra Bauernfeind hin. Sie beklagte, dass sich Autos in der Freisinger Straße so stauen, dass auch die Radfahrer nicht mehr an ihnen vorbeikommen. Bauernfeind bat um einen nochmaligen Aktionstag, wie er einmal schon stattgefunden hatte, um zum Beispiel erneut darauf aufmerksam zu machen, dass Autos eineinhalb Meter Abstand zu Radfahrer halten müssten. Tatsächlich hat die Stadt etliche Plakate aufgestellt, um darauf hinzuweisen, und auch weitere Hinweise und Ermahnungen auf dem Heck einiger Stadtbusse anbringen lassen. Etliche weitere Dinge sind in Planung, unter anderem ein Runder Tisch mit Vereinen, Landratsamt und Polizei, an dem diese Themen vertieft werden; Routen werden neu beschildert; Bordsteinabsenkungen sollen überprüft werden, wobei dies auch immer ein Thema der Barrierefreiheit ist: Blinde müssen die Grenze zwischen Straße und Gehweg ertasten können; Menschen mit Rollator oder Rollstuhl hingegen bevorzugen möglichst ebene Übergänge. Langfristig soll es auch ein Konzept für den Fliegerhorst geben für die Zeit, wenn die Bundeswehr dort abgezogen sein wird und die Stadt Erding sich das Gelände einverleiben und es nach Belieben überplanen kann.

Ob eine verbesserte Führung der Radfahrer bei großen Baustellen, die Markierung von Pollern und neue Fahrradbügel zum Parken von Rädern: Einiges hat das Rathaus schon erledigt, ohne dass es der Nicht-Radfahrer bemerkt hatte. Und auch bei einem Dauerthema ist das Rathaus offenbar vorangekommen: Im kommenden Jahr soll es neue Abstellmöglichkeiten am Erdinger Bahnhof geben. Laut Famira-Parcsetich wurde ein Vertrag mit der Deutschen Bahn bereits geschlossen.