Erding Strafdusche im Rutschenknäuel

Fünf Jahre Galaxy: 2007 investierten die Wunds 30 Millionen Euro für 14 Indoor-Röhrenwar geboren. An diesem Wochenende wird gefeiert.

Von Matthias Vogel

Der Schwung am verchromten Reck in den dunklen Tunnel war dynamisch, doch nun weisen bunte LEDs daraufhin, dass der Konkurrent schneller unterwegs ist. So ein Mist! Splash! Strafe für zu langsames Rutschen! Ein Eimer Wasser klatscht in das Gesicht. "So etwas musst du den Leuten heutzutage bieten", sagt Marcus Maier. Er ist Marketingleiter und Geschäftsführer des Rutschenparadieses Galaxy in der Therme, das am heutigen Samstag sein fünfjähriges Bestehen feiert. Das Rennen inklusive Strafdusche können sich Kollegen, Freunde, Geschwister oder Ehepaare in den "Speedracers" liefern, eine der vielen aktuellen Neuerungen, die Europas größtes Rutschenknäuel im Laufe seiner Existenz erfahren hat. "Kürzlich haben wir sogar eine Nebelanlage einbauen lassen", ergänzt Maier.

Ein Vergnügen für alle Altersklassen ist das Galaxy, neue Attraktionen sind jedoch bereits in Arbeit.

(Foto: Peter Bauersachs)

Schon als im Jahr 2000 die Pläne gezeichnet wurden, waren Rutschen dabei. "Drei Stück", erinnert sich Junior-Thermenchef Jörg Wund. Aber schon damals verfolgte Seniorchef Josef die Strategie: klotzen, nicht kleckern. Etwas Einzigartiges musste her. Die Rutschen erhielten Aufschub, der Kompromiss waren die beiden Kinderrutschen im Freien.

Im Hinterkopf hatten die Macher längst das größte Rutschenparadies Europas. "2005 war dann klar, dass die Besucherzahlen der Therme und die unseres 2004 eröffneten Erholungsbades in Bad Wörishofen stimmen. Die Banken gaben grünes Licht, und wir konnten loslegen", sagt Jörg Wund. 30 Millionen Euro wurden investiert, und das Galaxy mit 14 Indoor-Röhren war geboren, das war 2007. "Genau der richtige Weg", weiß der Juniorchef heute. "Sonst wäre das Medienecho nie so groß geworden."

Darunter setzt Marcus Maier gerne sein Servus. "Prominentenrennen, Weltmeisterschaft, 24-Stunden-Dauerrutschen - Pro 7 hat bislang an die 50 Beiträge aus dem Galaxy gesendet", sagt er. Die Prominenten geben sich den Spindschlüssel in die Hand, der nationale Bekanntheitsgrad sei innerhalb der fünf Jahre von fünf auf neunzig Prozent gestiegen. Maier wurde angestellt, als das Rutschenparadies eröffnete. Er weiß noch, wie alles begann: "Im ersten Sommer haben wir uns den Kopf über ein Programm für den August zerbrochen, weil wir nicht wussten, wie die Resonanz sein würde. Doch schon im Juni und Juli haben uns die Badegäste überrollt."

In den fünf Jahren wurden 1,5 Millionen Euro in den Ausbau investiert. "Die Trichterrutsche und die Rutsche, in der man auf dem Reifen nach oben katapultiert wird, waren einzigartig", sagt Maier. "Heute sind sie Standard für die Besucher. Wir müssen immer wieder etwas Neues bringen, Stillstand ist Rückschritt." Auf 20 Rutschen ist der Park mittlerweile angewachsen. Neue sind schon wieder in Planung: "Zwei sehr große werden 2013 fertig sein, außerdem müssen wir etwas für die Vier- bis Zehnjährigen tun. In diesem Segment ist zu wenig Spektakel", findet Maier.

Apropos Spektakel: Zur Geburtstagsfeier am Samstag geht es von 13 Uhr an extra rund im Galaxy. Maiers Team hat ein enormes Unterhaltungsprogramm organisiert. "Familien mit Kindern machen nichts falsch, wenn sie kommen."