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Erding:Nordumfahrung nimmt Gestalt an

Der Strukturausschuss des Erdinger Kreistags konzentriert sich bei den Planungen weiter nur auf die zwei Südvarianten.

Die Planungen für eine Nordumfahrung von Erding gehen so weiter, wie bereits vor elf Monaten beschlossen. Nur die sogenannten Trassenvarianten Süd 2 und 3 werden einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen. Die nachträglich voruntersuchte, weiter nördlich gelegene Routenvariante Mitte3 wurde hingegen mehrheitlich als "nachrangig" eingestuft. Für sie wird es "vorerst" keine nähere Umweltverträglichkeitsprüfung geben. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) kündigte an, schon Mitte des Jahres solle der Kreistag entscheiden, "mit welcher Variante wir ins Planfeststellungsverfahren gehen".

Warnstreiks bei der Bahn

Der Strukturausschuss des Erdinger Kreistags konzentriert sich bei den Planungen weiter nur auf die zwei Südvarianten.

(Foto: dpa)

Nachdem ein Antrag der SPD-Fraktion, die Diskussion über das weitere Vorgehen zur Nordumfahrung zu verschieben, bis Klarheit über die Situierung eines Regionalbahnhofes herrsche, abgelehnt wurde, entwickelte sich die Debatte im Strukturausschuss zu einer Grundsatzdiskussion. Hannelore Seeger (Grünen) und Stephan Treffler (ÖDP) machten noch einmal deutlich, dass ihre Fraktionen eine Nordumfahrung als prinzipiell falsch und entbehrlich erachten.

Horst Schmidt (SPD) begründete die Haltung seiner Fraktion, die Diskussion über das weitere Vorgehen müsse ausgesetzt werden, so: Die Frage, wo ein Bahnhof für Regionalzüge gebaut werde, sei noch unbeantwortet. Außerdem könnte womöglich auch die geplante Südostumgehung die Stadt von Durchgangsverkehr entlasten. Verkehrsgutachter Helmuth Ammerl erwiderte Schmidt allerdings, eine Südostumfahrung werde überhaupt keinen Durchgangsverkehr aus Erding abziehen.

Bayerstorfer verwies darauf, dass die Grundsatzentscheidung für eine Nordumfahrung vor über zehn Jahren gefallen sei, ohne dass "irgendjemand gewusst hat", ob und wo die Stadt einen neuen Bahnhof bekommen würde. Die Notwendigkeit der Nordumfahrung sei somit schon immer unabhängig von der Realisierung einer neuen Bahnanbindung gesehen worden.

Die Planer des Staatlichen Bauamts Freising und die von ihnen beauftragten Gutachter stellten wie bereits vor zwei Wochen bei der öffentliche Präsentation in Grucking die Ergebnisse der Untersuchungen zur Mitte-3-Trasse vor: Die Mitte 3 habe die insgesamt schlechtere Gesamtbewertung als die Südrouten. Sie kostet zwar nicht mehr, verbraucht genau so viel Grund und schneidet im Punkt Raumempfindlichkeit deutlich besser ab. Andererseits werde sie die Stadt Erding nur halb so gut von Durchgangsverkehr entlasten wie die Südvarianten, was als Argument stärker wiegen sollte. Peter Weywadel, der Leiter des Staatlichen Bauamts, sagte, die Eingriffe in die Natur durch die Südvarianten beträfen zwar "relativ wertvolle Bereiche". Sie seien jedoch "ausgleichbar".

Bayerstorfer bekräftigte, er werde die Mitte 3 genau wie alle anderen als "nachrangig" eingestuften Streckenführungen nicht schon jetzt für "auf alle Zeit" verworfen betrachten. Falls es später "neue Erkenntnisse" geben sollte, "die eine neue Positionierung" notwendig erscheinen lassen, könne es auch "Kommando zurück" heißen.