Erding Großbrand in der Dorfener Innenstadt

Großbrand in Dorfen

Ein Lagerhaus, gefüllt mit explosivem Gefahrgut, ist abgebrannt. Die Feuerwehren aus dem Landkreis konnten eine Katastrophe verhindern.

Von Thomas Daller

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist die landwirtschaftliche Lagerhalle von Erich Wastl in der Haager Straße in Dorfen abgebrannt. Das Feuer griff auch auf das angrenzende Wohnhaus über. Der Eigentümer wurde bei dem Feuer verletzt und liegt im Krankenhaus. Die Polizei schätzt den Brandschaden auf 250 000 bis 300 000 Euro.

Gegen 22 Uhr entdeckte Karl Wastl, der Bruder des Eigentümers, das Feuer, als er auf die Toilette ging. "Ich hab' bemerkt, dass es so hell war - und da hat es schon gebrannt", sagte der 76-Jährige. Innerhalb weniger Minuten stand die Lagerhalle komplett in Flammen. In der Halle befanden sich Dieseltanks, Druckgussflaschen, Paletten mit Düngemitteln, ein Gabelstapler und ein Traktor. Nachbarn schilderten, dass es zu einer Detonation gekommen sei, als die Flammen auf das explosive Gefahrgut übergriffen. Als die Feuerwehren aus Dorfen und zehn weiteren umliegenden Orten eintrafen, brannte die Lagerhalle lichterloh und die Flammen hatten bereits auf das angrenzende Wohnhaus übergegriffen. Karl und Erich Wastl hatten sich unterdessen aus dem Wohngebäude retten können, wobei sich der 75-jährige Erich an der Hüfte verletzte und von Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht wurde. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehrkräfte konnte ein Übergreifen des Brandes auf weitere umliegende Gebäude verhindert werden. Vorsorglich wurden jedoch von Feuerwehr und Polizei etwa 20 bis 30 Anwohner aus den angrenzenden Wohngebäuden evakuiert.

Obwohl in dem brennenden Gebäude viel brennbares Material gelagert war, gelang es den Feuerwehren, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Laufend wurden Schadstoffmessungen durchgeführt, um beim Austritt giftiger Dämpfe die Bevölkerung zu evakuieren. Das zum Teil kontaminierte Löschwasser musste aufgefangen werden, um weitere Schäden zu vermeiden. Zeitweise stand das Löschwasser knöcheltief auf der Straße. Während der Löscharbeiten atmete ein Feuerwehrmann zu viele Rauchgase ein und musste zur Behandlung in eine Klinik gebracht werden. Der Verkehr in den umliegenden Straßen wurde gesperrt, darunter auch die B 15. Noch in der Nacht hat der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizei Erding die Ermittlungen am Brandort übernommen. Aussagen zur Brandursache sind derzeit noch nicht möglich. Nachdem die Brandstelle betretbar war, setzten die Brandermittler ihre Untersuchungen fort.

Feuerwehrmänner vermuteten, das Feuer könnte durch einen Heizungsdefekt ausgelöst worden sein; eine typische Brandursache zu dieser Jahreszeit. Karl Wastl ist jedoch anderer Ansicht. An der Stelle, wo er das Feuer zuerst bemerkt habe, gebe es weder eine Heizung noch elektrische Geräte, die einen Schmorbrand auslösen könnten. Karl Wastl geht von Brandstiftung aus.

Am 4. April 2003 hatte ein Serienbrandstifter, ein damals 28-jähriger Feuerwehrmann aus dem Landkreis München, die erste Lagerhalle von Erich Wastl angezündet. In dem Lager befanden sich unter anderem 70 Tonnen Kunstdünger, der zusammen mit dem Dieselöl, das ebenfalls in Tanks dort gelagert war, eine hochexplosive Mischung ergab und in der Innenstadt eine Katastrophe verursachen hätte können. Der Dorfener Bauausschuss wehrte sich deswegen gegen den Wiederaufbau des Lagerhauses mitten in der Stadt. Doch das Landratsamt machte den Dorfenern einen Strich durch die Rechnung, weil das Vorhaben "juristisch einwandfrei" war.