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Erding:Erleichterung für Nierenkranke

Am Kreiskrankenhaus Erding sollen am 1. April 2013 neun oder zehn Dialyseplätze in Betrieb gehen. Langfristig soll ein Dialysezentrum in einem Anbau untergebracht werden

- Am 1. April kommenden Jahres soll im Kreiskrankenhaus Erding ein medizinisches Angebot in Betrieb gehen, auf das viele Nierenkranke in der Stadt und dem Landkreis seit Jahren warten: Neun oder zehn Dialyseplätze sollen bis dahin eingerichtet sein, an denen täglich bis zu 40 Patienten behandelt werden können. Nierenkranke müssten dann nicht mehr zur Blutwäsche nach Freising, Landshut oder anderswo fahren.

Die Dialyseplätze in Erding werden als Übergangslösung in Räumen des Kreiskrankenhauses untergebracht, die derzeit noch für andere Zwecke genutzt werden. Später sollen in einem Anbau am Kreiskrankenhaus neue Räume für ein dauerhaftes Dialysezentrum geschaffen werden. Betreiber der Dialyseplätze wird in jedem Fall nicht das Kreiskrankenhaus selbst sein, sondern das Nierenzentrum Freising des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation (KfH), das nach einem langjährigen Rechtsstreit das Recht eingeräumt bekommen hat, in Erding eine Zweigniederlassung zu eröffnen.

Das KfH ist, obwohl formal nicht mehr als ein eingetragener Verein, ein Dialyse-Gigant. Das Kuratorium betreibt in ganz Deutschland etwa 200 Dialysezentren in Kooperation mit Fachärzten und hat über 7000 Mitarbeiter und kooperierende Partner. Das KfH-Nierenzentrum in Freising wird von den Nierenspezialisten Thomas Hössl und Matthias Neumayer seit 1995 geleitet, ist an das Klinikum Freising räumlich angebunden und verfügt derzeit über 36 Behandlungsplätze.

Noch sind nicht alle Voraussetzungen für die seit Jahren ersehnten Dialyseplätze im Erdinger Kreiskrankenhaus geschaffen. Die Bauverwaltung der Stadt hat Ende September zwar bereits die notwendige Nutzungsänderung der benötigen Räumlichkeiten im Kreiskrankenhaus genehmigt. Das KfH teilte jedoch mit, dass eine Genehmigung der Krankenkassen für den Betrieb der Zweigniederlassung in Erding derzeit noch ausstehe. Die Bauplanung für das provisorische Dialysezentrum im Kreiskrankenhaus sei allerdings "im Zeitplan", hieß es auf Anfrage aus der KfH-Hauptzentrale in Neu-Isenburg bei Frankfurt am Main. Falls es entgegen der Planungen Verzögerungen geben sollte, dann "allenfalls um ein Quartal", versicherte die KfH-Pressestelle.

Die Dialyseplätze in Erding werden nur eine Übergangslösung sein. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) und Klinikchef Sándor Mohácsi haben in einem SZ-Interview im Juli klar gemacht, dass für ein dauerhaftes Dialysezentrum nicht genügend Platz im Kreiskrankenhaus sei und es deshalb in einem noch zu bauenden Erweiterungsgebäude untergebracht werden soll. In dem Neubautrakt soll dann auch eine Praxis für Strahlentherapie für Krebskranke unterkommen.

Die Strahlentherapie würde ebenso wie das Dialysezentrum von niedergelassenen Fachärzten sozusagen als Untermieter im Kreiskrankenhaus betrieben. Bayerstorfer hatte im SZ-Interview außerdem gesagt, seiner Überzeugung nach müsse der Landkreis den Neubau finanzieren und nicht das Kreiskrankenhaus, das mit wirtschaftliche Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Denn der Landkreis sei auch Eigentümer des bestehenden Krankenhausgebäudes: "Wir als Landkreis müssen die baulichen Einrichtungen stemmen."