Energiewende im Kreis Erding:Bund Naturschutz fordert Solar-Kataster

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Energiewende im Kreis Erding: Welches Dach im Landkreis wäre für Photovoltaik geeignet? Das Haus rechts in Dorfen ist es auf jeden Fall.

Welches Dach im Landkreis wäre für Photovoltaik geeignet? Das Haus rechts in Dorfen ist es auf jeden Fall.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Landkreis Erding soll eine Initiative starten, um erneuerbare Energien zu fördern.

Die Kreisgruppe Erding des Bund Naturschutz (BN) fordert eine Solarinitiative von Seiten des Landkreises. Ein erster Schritt wäre hier ein vom Landkreis Erding erstelltes und geführtes Solarpotenzialkataster, das es in vielen Landkreisen und Städten gibt. Aufhänger ist der kürzlich abgelehnte Antrag der Grünen im Kreistag Erding für ein Online-Kataster.

Die Grünen-Fraktion hatte vor eineinhalb Jahren die Erstellung eines Online-Kartenwerks beantragt, das Auskunft gibt, welche Dachflächen sich für Photovoltaikanlagen eignen. Mit einem Hinweis auf die bayerische Verfassung lehnte Martin Bayerstorfer (CSU) vor kurzem nun allein schon eine Diskussion des Grünen-Antrags ab. Seine Begründung: Die Erstellung eines Solarpotenzialkataster durch einen Landkreis sei aus rechtlichen Gründen nicht zulässig.

Der BN widerspricht dem Landrat: In keinem anderen Landkreis gebe es rechtliche Bedenken

Der BN widerspricht: In keinem anderen Landkreis gebe es rechtliche Bedenken gegen ein solches Kataster. "Was Klimaforscher und Weltklimakonferenzen in den letzten mehr als 20 Jahren nicht geschafft haben, sollte jetzt die weltweite Krisenlage auch im Landkreis Erding befördern: wir brauchen endlich auch hier eine Initiative zur Förderung von erneuerbarer Energie, in erster Linie Solarstrom und Solarwärme", schreibt die BN-Kreisgruppe in einer Presseerklärung. Bereits seit vielen Jahren seien viele Landkreise und Gemeinden tätig, "um in ihrem Verantwortungsbereich diese optimal zu fördern". Ein gutes Beispiel dafür sei der Landkreis Ebersberg mit seiner Energieagentur, der sich inzwischen sogar der Landkreis München angeschlossen hat.

"Energieatlas 2016 und Klimaschutzatlas 2020 sind schöne Broschüren, aber wenn keine Maßnahmen folgen, bringen sie die Energiewende keinen Millimeter voran", schreibt der BN weiter. Die Bürger bräuchten "eine fundierte, einfach erreichbare Beratung zu ihrer persönlichen Energiewende". Dabei müssten der Landkreis und die Gemeinden dringend mit gutem Beispiel vorangehen, "indem sie alle verfügbaren Dächer mit Photovoltaik ausstatten und die wirtschaftlichen Ergebnisse dieser Anlagen veröffentlichen". Dadurch würde jedem klar, "dass es kein einziges Argument gegen diese Form der Energiegewinnung auf Dächern gibt".

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