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Eitting:Auf gute Zusammenarbeit

Im Gemeinderat Eitting gibt es künftig wieder eine Partei

Die vergangenen Jahre gab es im Eittinger Gemeinderat keine Parteien. Die Wählergemeinschaft (WG) Gemeindefriede hatte die Mehrheit mit neun Sitzen inklusive Bürgermeister Georg Wiester, gefolgt von der Ortsliste Reisen und Ortsliste Gaden. Jetzt gibt es mit Reinhard Huber eine neuen Bürgermeister und eine neue Zusammensetzung. Gemeindefriede stellt nur noch fünf Räte, dafür konnte die erstmals angetretene gemeinsame Liste von CSU und Parteifreien Wählern auf Anhieb vier Sitze erobern. Die Ortsliste Gaden kommt auf zwei Sitze und die Ortsliste Reisen auf drei.

Reinhard Huber, seit drei Wahlperioden für die Ortsliste Reisen im Gemeinderat und seit 2017 zweiter Bürgermeister, ist zwar ebenfalls CSU-Mitglied, im Bürgermeisterwahlkampf hatte er aber für Liste Reisen kandidiert mit Unterstützung der WG Gemeindefriede. Sein Mitbewerber Hermann Hofer war für die neugegründete Liste von CSU und Parteifreie angetreten. Huber hat gegen Hermann mit 54,13 zu 45,87 Prozent gewonnen. Er habe nicht für die CSU antreten wollen, sagte Reinhard Huber im Wahlkampf, denn nachdem er bereits dreimal auf dem Ticket der Liste Reisen in den Gemeinderat gewählt worden sei, habe er der Liste treu bleiben wollen.

"Ein kleines bisschen mehr" hätte er schon erwartet, kommentiert Reinhard Huber sein Wahlergebnis. Aber eine Mehrheit von 111 Stimmen, das freue ihn. Mit seinem Mitbewerber Hermann Hofer habe er einen fairen Wahlkampf geführt. "Wir verstehen uns gut." Dass die WG Gemeindefriede nun Stimmen abgeben musste, sieht er gelassen. Er gehe davon aus, dass die Zusammenarbeit im Gemeinderat auch in der neuen Besetzung gut klappen werde.

Ein bekannter Name wird im neuen Gemeinderat fehlen. Einer der großen Player im Landkreis, Franz Wurzer, Seniorchef der gleichnamigen Entsorgungs- und Recycling-Unternehmensgruppe in Eitting, hatte nicht mehr kandidiert. Sein Sohn Wolfgang auf Platz 2 der Ortsliste Gaden verpasste den Einzug. Dafür zog eine Frau an ihm vorbei. Neben der wiedergewählten Gemeinderätin Angela Fodermair-Hasenhündl, sitzt nun Helga Niedermayer für Gaden im Gremium. Nicht geschadet hat Gemeinderätin Astrid Hellinger der Wechsel von Gemeindefriede zur Liste der CSU. Sie schaffte den Wiedereinzug mühelos. Insgesamt sitzen nun sechs statt bisher drei Frauen im Eittinger Gemeinderat.

Offiziell ist für Reinhard Huber am 1. Mai Dienstantritt. Weil aber aktuell Bürgermeister Georg Wiester vorsichtshalber die Geschäfte von zuhause aus führt, hat Huber einiges zu erledigen. Jüngst zum Beispiel war er in Gaden unterwegs, um sich über die Trasse einer geplanten Umleitung zu informieren, auch mit der geplanten Containeranlage für den Kindergarten müsse die Planung weiter gehen. Gestresst wirkt Huber aber nicht: Der gelernte Elektromeister und Anlagenmanager ist seit Juli 2019 im Vorruhestand. Er habe somit Zeit, sich dem Amt zu widmen.

© SZ vom 24.03.2020 / regi
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