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Einsatz in Isen:Polizist stürzt aus dem Fenster

Der 36-Jährige erleidet dabei schwere Kopfverletzungen

Isen - Ein Polizeibeamter der Inspektion Dorfen ist in der Nacht auf Donnerstag bei einem Einsatz in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Isen aus dem Fenster im ersten Stock geflogen und hat sich dabei schwere Verletzungen zugezogen. Wie die Inspektion mitteilt, wollte er ein 15-jähriges Mädchen, das sich dort unberechtigterweise aufgehalten hatte, davon abhalten, aus dem Fenster zu fliehen. Dabei stürzten beide aus dem Fenster, der 36-jährige Beamte zog sich Kopfverletzungen zu, das Mädchen konnte zunächst seine Flucht fortsetzen.

Wegen einer Meldung wegen Ruhestörung hatte die Inspektion Dorfen eine mit zwei Beamten besetzte Streife kurz nach Mitternacht nach Isen geschickt. Als die Polizisten das Zimmer in der Gemeinschaftsunterkunft betraten, trafen sie dort auf die beiden berechtigten Bewohner im Alter von 20 und 23 Jahren an und ermahnten sie zur Ruhe. Außerdem hielt sich dort eine 15-jährige Jugendliche auf, und dies offensichtlich unberechtigt, wie die Polizei schreibt. Wie sich noch am Einsatzort herausstellte, wurde sie vermisst. Es gab demnach eine gültige Fahndungsnotierung. Bei der Feststellung ihrer Personalien versuchte die junge Frau, aus dem ersten Stock des Gebäudes durch ein Fenster zu flüchten, wovon sie der 36-jährige Polizeioberkommissar abhalten wollte. Warum der Polizeibeamte und die Jugendliche dabei etwa vier Meter aus dem Obergeschoss durch das geöffnete Fenster stürzten, sei noch unklar. Das Mädchen rannte zunächst fort, konnte kurze Zeit später aber von dem anderen Beamten des Streifenteams angehalten werden. Der 36-Jährige blieb schwer verletzt zurück und wird nun mit Knochenfrakturen in einem Klinikum stationär behandelt. Auch die junge Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht, über ihre Verletzungen liegen laut Mitteilung keine Erkenntnisse vor. Die Polizeiinspektion Dorfen hat die Ermittlungen aufgenommen, in deren Fokus der Hergang des Sturzgeschehens steht, wie es heißt.

© SZ vom 09.04.2021 / ts
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