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Dorfen:Schlechte Aussichten für den Fasching

Ein Bild aus unbeschwerten Zeiten: Der Hemadlenzenumzug fällt in der kommenden Faschingssaison wie viele Veranstaltungen leider aus.

(Foto: Renate Schmidt)

Karnevalsgesellschaft Dorfen sagt alle Veranstaltungen ab, in Erding ist die Entscheidung noch nicht gefallen

Von Laura Dessena, Dorfen

In der Stadt der Hemadlenzen sollen Humor und Gaudi 2021 mal nicht glänzen. "Schweren Herzens" wurden alle Veranstaltungen, die für den Fasching 2020/21 geplant waren, abgesagt, sagte Martin Pommer, Vizepräsident der Karnevalsgesellschaft Dorfen. Das Präsidium der Faschingsgesellschaft Narrhalla Erding hat noch keine endgültigen Entschlüsse getroffen, lässt jedoch durchblicken, dass die kommende Session ganz anders ablaufen wird als die letzten.

"Das hat uns alle schwer getroffen", sagt Pommer. Aufgrund der derzeitigen Hygienebestimmungen im Zusammenhang mit der Corona Pandemie müssen die Faschingsvereine im Landkreis nun abwägen, ob sie ihre Veranstaltungen absagen sollen oder nicht. Normalerweise würden die Vorbereitungen für die Ballsaison bei der Karnevalsgesellschaft Dorfen bereits auf Hochtouren laufen. Doch in diesem Jahr sieht es da ganz anders aus - ruhig. "Weil wir vereinsintern beschlossen haben, dass wir alle Veranstaltungen für den Fasching 2020/21 absagen", erklärt Pommer. Wenn sich die Situation noch ändern, und sich Lockerungen ergeben würden, so könne es sein, dass sie kurzfristig wieder starten. Mit den Bedingungen, die im Augenblick herrschen, sei dies jedoch nicht umsetzbar. Man hätte auch eine gewisse Verantwortung für die Mitglieder zu tragen, die Situation sei zu heikel. Mit den derzeitigen Bestimmungen müssten außerdem statt zwei Veranstaltungen gleich drei oder vier stattfinden, was die Kosten enorm in die Höhe treiben würde. Und dann bliebe immer noch die Frage, ob die Gäste überhaupt so zahlreich erscheinen würden, wie die Faschingsgesellschaft es sich wünschen würde. Vieles könnte laut Pommer nicht so umgesetzt werden, wie es sich beim Faschingstreiben gehört: Selbst wenn sich ein Prinzenpaar finden würde, so könne man den beiden nicht ansatzweise die "Faschingsgaudi" bieten, die sonst jedes Prinzenpaar hat. Auch das Fest der Hemadlenzen am unsinnigen Donnerstag wurde abgesagt. "Das ist das allererste, was wir abgesagt haben", sagt er.

Das Präsidium der Faschingsgesellschaft Narrhalla Erding hat laut Dieter Jäckel, dem stellvertretenden Präsidenten, noch keine eindeutigen Entscheidungen getroffen. Die Planung sei zwar noch nicht abgeschlossen, jedoch sei es schwer vorstellbar, dass Großveranstaltungen mit hunderten Besuchern stattfinden könnten. "Partys, in denen dicht an dicht ausgelassen gefeiert wird" seien laut der Stellungnahme des Präsidiums sehr unwahrscheinlich. Die Garden trainieren trotzdem für den Fall, dass die Saison 2020/2021 stattfinden kann, auch neue Tänze ein. Da sie durch die Beschränkungen unter erschwerten Bedingungen Trainieren, würden die Jungelfer und alle anderen Aktiven kreativ mit der Situation umgehen. Die Zukunft wird zeigen, in welcher Form die Tänze auf die Bühne gebracht werden können - falls es überhaupt eine klassische Bühne wird. Die sozialen Medien könnten bei der Verbindung zwischen Veranstalter und Besucher ein entscheidendes Hilfsmittel sein. "Natürlich bedauern wir sehr, dass ein 'normaler' Fasching nicht möglich sein wird aber das ist nun einmal den Umständen geschuldet, die sich nicht ändern lassen", sagt das Präsidium. Weder die Gäste, noch die Mitglieder sollen gefährdet werden. Das Präsidium sieht die kommende Zeit auch als Möglichkeit an, neue Wege zu gehen.

© SZ vom 17.09.2020

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