Dorfen Die Parkplatznot hat ein Ende

Mehr als 2500 Menschen fahren an jedem Werktag vom Dorfener Bahnhof ab. Für sie richtet die Stadt nun auf einem Acker 150 weitere Stellplätze ein

Von Florian Tempel

Der Mais ist abgeerntet, auf dem Acker kann nun ein Parkplatz gebaut werden. Die Pendler, die hier an der Bahnhofstraße schon bald ihre Autos abstellen werden, müssen allerdings einige Minuten Fußweg für die 300 bis 400 Meter zum Bahnhof Dorfen einplanen

(Foto: Renate Schmidt)

Die jahrelang erfolglose Suche nach einer Lösung für die drückende Parkplatznot am Dorfener Bahnhof ist endlich erfolgreich gewesen. Die Stadt will noch in diesem Jahr einen neuen Pendlerparkplatz für etwa 150 Autos einrichten. Er entsteht an der Bahnhofstraße, etwa 300 Meter östlich des Bahnhofs gegenüber dem Gewerbegebiet am Brühl. Dort, neben dem kleinen Bahnübergang zur Ziegelfirma Meindl, hat die Stadt einen 6000 Quadratmeter großen Acker entlang der Gleise erworben. Die Anlage des Parkplatzes als gekiester Platz wird laut Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) 70 000 Euro kosten und ist damit vergleichsweise günstig.

An einem normalen Werktag fahren vom Dorfener Bahnhof mehr als 2500 Menschen ab. Die Pendler kommen nicht nur aus der Stadt, sondern aus einem weiten Umkreis. Bislang gibt es für sie etwa 460 Autostellplätze, was aber nicht ausreichend ist. Spätestens um acht Uhr morgens sind alle Stellplätze restlos belegt. Die Deutsche Bahn AG kümmert die Parkplatznot ihrer Kunden nicht. Das Unternehmen ist nicht zum Parkplatzbau verpflichtet. "Leider Gottes ist die Stadt dafür verantwortlich, ausreichend Stellplätze zur Verfügungen zu stellen", sagte Grundner.

In den vergangenen Jahren wurden in Dorfen eine Vielzahl von Möglichkeiten diskutiert, wo und wie weitere Parkplätze eingerichtet werden könnten. Wenig hilfreich war eine 2009 von Bahnplanern ausgearbeitet Studie. Darin wurde als optimale Lösung der Bau eines monströsen Parkdecks über die zwei bestehenden ebenerdigen Parkplätze und die Bahnhofstraße hinweg vorgeschlagen. Eine städtebauliche Scheußlichkeit, die vom Stadtrat einstimmig abgelehnt wurde. In den folgenden Jahren favorisierte die CSU im Stadtrat den Bau eines Parkdecks auf einem Grundstück, das dem Vater der Lebensgefährtin des Bürgermeister gehörte. Die Kosten für ein zweistöckiges Parkdeck mit 200 Plätzen wurden auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Nach längerer, stets nichtöffentlicher Diskussion verabschiedete sich der Stadtrat 2011 von dieser Idee. Die SPD machte sich bereits seit 2007 für Parkplätze südlich des Bahnhofs stark. Auf einem großen gekiesten Gelände könnten dort ohne großen Aufwand etwa 400 Stellplätze untergebracht werden. Das Problem hier: Man bräuchte eine Brücke über die Gleise zum Bahnsteig. Außerdem gehört das Grundstück der Bahn, die es bislang nicht dauerhaft hergeben will, da unklar ist, ob es nicht beim geplanten Ausbau der Bahnstrecke benötigt wird.

Eine weitere Variante war der Bau eines Parkdecks auf einem bestehenden Parkplatz, was aber ebenfalls Millionen kosten würde. Zudem könnte der Parkplatz während der Errichtung des Parkdecks nicht benutzt werden. Kläglich war die Ende 2011 ausprobierte Idee der Grünen, den ersten Abschnitt der Bahnhofsstraße zur Einbahnstraße zu erklären, was gerade einmal ein Dutzend zusätzlicher Parkmöglichkeiten brachte. Nach nur einem Monat wurde die Einbahnregelung aufgehoben - und die zwölf Parkplätze waren wieder weg.

So sei es schließlich "ein glücklicher Umstand", sagte Bürgermeister Grundner, dass die Stadt nun den 6000 Quadratmeter großen Acker kaufen konnte. "Das einzige Manko", gab Günther Drobilitisch (Landlisten) zu bedenken, sei, "dass wir so die Verkehrssituation vor dem Bahnhof nicht entschärfen". Deshalb sollte sich die Stadt langfristig doch darum bemühen, die Flächen südlich der Gleise als Parkplatz zu bekommen. Dann könnten Pendler, die von Süden kommen, gleich dort parken, ohne am Bahnhof vorbeifahren zu müssen. Heiner Müller-Ermann (SPD) zeigte sich erfreut, dass die Idee seiner Fraktion nunmehr doch als vernünftige Option anerkannt werde. Er wies daraufhin, dass dann der neue Parkplatz später womöglich sogar wieder aufgelöst werden und als Erweiterung des Gewerbegebiets Am Brühl dienen könnte.