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Dorfem:Polizei fasst jugendliche Brandstifter

15-Jährige aus Dorfen zünden aus Langeweile Papiertonnen an und legen Feuer in der Toilette des Dorfener Rathauses.

Einer Clique von 15-Jährigen war es offenbar während der Weihnachtsferien in Dorfen zu langweilig: Sie zündeten Müll- und Papiertonnen an und fackelten schließlich in der öffentlichen Toilette des Dorfener Rathauses den Handtuchabroller ab. Die Polizei tappte im Dunkeln, bis sich die Brandstifter vor anderen Jugendlichen mit ihren "Heldentaten" brüsteten. Unter den Zuhörern befanden sich allerdings auch Mitglieder der Dorfener Jugendfeuerwehr, die den Ermittlern schließlich den entscheidenden Tipp gaben.

Warnleuchte

15-Jährige aus Dorfen zünden aus Langeweile Papiertonnen an und legen Feuer in der Toilette des Dorfener Rathauses.

(Foto: iStockphoto)

Feuerwehr und Polizei kamen in den vergangenen zwei Wochen kaum zur Ruhe: Mal brannten Mülltonnen, mal ein hölzernes Wirtshausschild und es gab noch andere Fälle von Vandalismus. Aktenkundig sind fünf Kleinbrände, aber der Dorfener Polizeichef Ulrich Milius schließt nicht aus, dass noch mehr Fälle gibt: "Möglicherweise melden sich jetzt weitere Betroffene, bei denen es ebenfalls gebrannt hat, die aber keine Anzeige erstattet haben, weil sie sich nichts davon versprochen haben."

Bis zum Mittwoch, 12. Januar, war die Clique meist nachts zu Fuß unterwegs. Sie hatten Toilettenpapier dabei und Feuerzeuge und zündeten willkürlich Müll- und Altpapiertonnen an. An diesem Mittwoch wagten sie sich aber bereits vor 18 Uhr an eine Brandstiftung; Ziel war die öffentliche Toilette des Rathauses.

Im Gebäude befanden sich Bürgermeister Heinz Grundner und noch sechs weitere Angestellte, als eine Mitarbeiterin im Bürgerbüro die starke Rauchentwicklung bemerkte und die Feuerwehr alarmierte. Mehrere Räume waren bereits verqualmt, als die Feuerwehr eintraf und Schlimmeres verhinderte. "Der Brand ging relativ glimpflich über die Bühne", sagte Bürgermeister Grundner, "aber das WC ist ein Sanierungsfall."

Am nächsten Tag trafen zwei der beteiligten Jugendlichen zufällig mitten in der Stadt auf zwei Mitglieder der Dorfener Jugendfeuerwehr und gaben mit ihren Taten an, die sie lachend als lustige Streiche schilderten. Die Jugendfeuerwehrler entgegneten, die beiden würden "wohl a bissl spinnen" und wandten sich dann telefonisch an den Jugendwart der Feuerwehr, Daniel Kruse, ob sie mit diesem Wissen zur Polizei gehen sollten. "Selbstverständlich habe ich ihnen das empfohlen", sagte Kruse. Schließlich gehe es auch um die Begleichung des entstandenen Sachschadens.

Gesagt, getan. Nach dieser Zeugenaussage war der Fall für die Polizei nahezu ein Kinderspiel: Polizeichef Milius sagte, die Ermittlungen würden noch andauern. Wie viele Burschen dieser Clique aktiv an den Brandstiftungen beteiligt waren, stehe noch nicht definitiv fest; "derzeit haben wir drei, vier, fünf in der Reißen". Aus taktischen Gründen wolle er sich noch nicht festlegen, schließlich könne im Lauf der Vernehmungen noch der eine oder andere Name fallen.

Derzeit werde noch geklärt, ob die Jugendlichen beispielsweise auch für das angezündete Wirtshausschild verantwortlich seien, wer jeweils gezündelt habe und wer nur dabeigestanden sei. Und über das Motiv habe man noch nicht gesprochen: "Aber im Regelfall ist davon auszugehen, dass es sich um Langeweile handelt, wie meistens bei Vandalismus."

Die Jugendlichen erwartet nun ein Strafverfahren und Forderungen nach Schadensersatz.