Bertelsmann-Stiftung Gute Noten für den Landkreis

Personalschlüssel in Krippen und Kindergärten ist über Durchschnitt

Von Regina Bluhme, Landkreis

Eine Fachkraft für 8,1 Kinder - so lautet rein rechnerisch der durchschnittliche Personalschlüssel in Kindergärten im Landkreis Erding. Das geht aus dem Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme hervor, den die Bertelsmann-Stiftung kürzlich vorgestellt hat. Damit liegt der Landkreis unter dem Bundesschnitt von 9,1 Kindern und auch unter der Quote der Nachbarlandkreise Freising (8,3), Ebersberg (8,5) und Dachau (8,9). Bei den Krippen beträgt der Personalschlüssel 3,6. Auch hier liegt der Landkreis unter den Vergleichszahlen. Stichtag für die jüngste Erhebung war der 1. März 2017.

Die Kita-Qualität habe sich bundesweit verbessert, stellt die Bertelsmann-Stiftung fest. Kümmerte sich beispielsweise 2012 in Krippen eine Fachkraft im Schnitt um 4,8 Kinder, so sind es jetzt 4,3 Kinder. Mit einem Schlüssel von einer Kraft für 3,6 Krippenkinder liegt der Landkreis Erding deutlich unter Bundesschnitt und auch unter den Quoten der Landkreise Freising (3,8), Ebersberg (4,4) und Dachau (3,9).

Grundsätzlich sieht die Bertelsmann- Stiftung "immense Qualitätsunterschiede" innerhalb Deutschlands. Bei den Kindergärten liegt Bayern mit durchschnittlich 8,5 im relativen Mittel, Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit 7,1, Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern mit 13,4. Bei den Krippen liegt in Bayern der Betreuungsschlüssel bei 3,7, an der Spitze ist wieder Baden-Württemberg mit 3,1, Schlusslicht ist hier Sachsen mit 6,4 Kindern pro Fachkraft.

Bertelsmann-Vorstand Jörg Dräger kritisiert in der Pressemitteilung zum Monitor das sogenannte Gute-Kita-Gesetz, das im Jahr 2019 in Kraft treten soll, mit dem Ziel, den Betreuungsschlüssel weiter zu verbessern. Dräger moniert unter anderem, dass der Entwurf keine bundeseinheitlichen Standards definiere. Die Mittel seien außerdem zu knapp kalkuliert. Um einen qualitativ hochwertigen Ausbau der Kitas zu stemmen, sind laut Bertelsmann-Stiftung jährlich insgesamt 8,7 Milliarden Euro nötig.