Attenkirchen Fischer will Bürgerbegehren

Unabhängige Wähler sind gegen Straßenausbaubeitragssatzung

Von Katharina Aurich, Attenkirchen

Eine positive Bilanz hat Bürgermeister Martin Bormann (Bürgernahe Gruppe) kürzlich bei der Bürgerversammlung vor rund 90 Zuhörern für die 3000 Einwohner-Gemeinde gezogen. Neben der solaren Nahwärmeversorgung im Wohngebiet Sportgelände, die der Gemeinde alljährlich ein Defizit beschert (wir haben berichtet) interessierte die Bürger nach dem eineinhalbstündigen Vortrag des Bürgermeisters vor allem das neue Baugebiet "Weihersdorfer Feld".

Hier sollen neben Grundstücken für Einfamilien- und Doppelhäuser auch staatlich geförderte Sozialwohnungen entstehen. Allerdings seien die Grundstücksverhandlungen noch nicht ganz abgeschlossen, so Bormann. Die Nachfrage nach Baugrundstücken sei groß, im laufenden Jahr wurden in der Gemeinde bereits 32 Bauanträge genehmigt. Attenkirchen sei eine junge Gemeinde und liege mit einem Durchschnittsalter von 41,8 Jahren unter dem bayerischen Schnitt von 43,6 Jahren. Ausführlich berichtete Bormann über die Kinderbetreuungseinrichtungen in der Kommune, 119 Kinder besuchten die Grundschule, die ersten und zweiten sowie die dritten und vierten Klassen würden jahrgangskombiniert unterrichtet. 63 Kinder werden in der Mittagsbetreuung versorgt, sie erhielten inzwischen ein biologisches Essen, das offensichtlich allen schmecke, freute sich der Bürgermeister. Den Kindergarten "Sausewind " besuchen 68 junge Attenkirchner und zwölf Kinder gehen in die Krippe, informierte er in seinem Vortrag. Nachfragen gab es auch zum Bau des neuen Feuerwehrhauses, ob es denn bei der veranschlagten Bausumme in Höhe von 2,4 Millionen bleibe, wollte ein Zuhörer wissen. Das könne man bei einem solch großen Vorhaben vorher nie sicher sagen, so der Rathauschef. Der Vorsitzende der zweiten im Gemeinderat vertretenen CSU-nahen Gruppierung Unabhängige Wählergemeinschaft, Sepp Fischer, nutzte dann die Bürgerversammlung für einen Vortrag über die Straßenausbaubeitragssatzung. Er wolle sich dafür einsetzen, die Satzung zu kippen und dafür sogar ein Bürgerbegehren starten, kündigte er an. Zuvor solle sich der Gemeinderat in einer Resolution gegen die Satzung aussprechen, so seine Vorstellung, auf die der Rathauschef nicht weiter einging.

Ein anderer Bürger regte an, in der Gemeinde einen zusätzlichen öffentlichen Internetzugang am Sportgelände einzurichten. Bormann sicherte zu, die Fördermöglichkeiten zu erkunden. Ebenfalls schriftlich war die Bitte eines Bürgers eingegangen, mehr für Insekten zu tun, weil deren Anzahl drastisch abgenommen habe. Man könne etwa auf Gemeindeflächen artenreiche Wiesen pflanzen. Der Bürgermeister versprach, sich des Vorschlags anzunehmen. So willkommen Insekten wären, so gerne würde man einen Biber loswerden, der in Thalham die Bäume benage, wie der Rathauschef mit einem Foto dokumentierte. Inzwischen liege die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde vor, das Tier einzufangen.