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24 Parzellen:Neues Baugebiet in Moosen

Taufkirchen nutzt das vereinfachte Verfahren 13 b

Der Gemeinderat hat einen Aufstellungsbeschluss für ein weiteres Baugebiet in Moosen gefasst: Mitterfeld II liegt im südöstlichen Bereich des Ortsteils und umfasst 22 500 Quadratmeter. Der Entwurf sieht 24 Parzellen vor. Das Gebiet soll als Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden; die Grundstücke sind nach Angaben der Gemeinde verfügbar. Die Nachfrage nach Bauland ist in der Gemeinde Taufkirchen sehr stark. Neben dem Hauptort ist insbesondere die Entwicklung in der Ortschaft Moosen ein gewichtiger Faktor.

Die Gemeinde nutzt bei diesem Aufstellungsbeschluss ein neues vereinfachtes Verfahren, das befristet bis Ende 2019 ist. Der neue Paragraf 13 b des Baugesetzbuches gilt als Planbeschleunigungseffekt. Bebauungspläne im Außenbereich mit einer Grundfläche von bis zu 10 000 Quadratmeter können im Rahmen dieses beschleunigten Verfahrens aufgestellt werden. Das gilt auch für Mitterfeld II, weil eine Grundfläche von 10 000 Quadratmeter in der Regel einem Bruttobauland von rund 2,5 bis drei Hektar entspricht. Für 13 b kann auch im Nachgang eine Änderung des Flächennutzungsplanes vorgenommen werden; zudem ist keine Umweltprüfung erforderlich. Darüber hinaus werden auch keine ökologischen Ausgleichsflächen benötigt.

Mit dieser Novelle des Baugesetzbuches will der Gesetzgeber den Mangel an bezahlbarem Wohnraum begegnen. Bis 2020 sind jährlich 400 000 Wohnungen bundesweit erforderlich, um den Bedarf zu decken. Doch es gibt auch Kritik, die sich gegen diesen forcierten Wohnungsbau auf der grünen Wiese am Ortsrand wendet. Denn nicht das Eigenheim auf dem Land werde in erster Linie benötigt, sondern Wohnungen in den Ballungsräumen. Mit dem neuen 13 b werde die Umweltprüfung bei der Siedlungsentwicklung an den Ortsrändern ebenso ausgesetzt wie der Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft. Das bedeute eine einfache Flächenverfügbarkeit zum ökologischen Nulltarif in einer durch extrem niedrige Bauzinsen überhitzten Immobilienwirtschaft.

© SZ vom 06.06.2017 / tdr
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