Workshop Alternative zum Radl-Damm

Politiker und Fahrradfachleute in der Diskussion.

(Foto: Landratsamt)

Landratsamt prüft teilweise Sperrung der Staatsstraße 2351 zwischen Glonn und Moosach für motorisierten Verkehr

Mit dem Radweg auf dem stillgelegten Bahndamm zwischen Grafing-Bahnhof und Glonn geht es nicht so recht voran, Naturschützer haben gegen die geplante Trasse ein lautstarkes Veto eingelegt. Nun liegt im Landratsamt eine Alternatividee auf dem Tisch: eine teilweise Sperrung der Staatsstraße 2351 oder ihre Widmung als Fahrradstraße und die Beschränkung des motorisierten Verkehrs auf die Anlieger zwischen Glonn und Moosach bis zur Abzweigung Richtung Steinsee.

Diskutiert wurde dieser Vorschlag ausführlich bei einem Workshop zum Radwegenetz, der kürzlich im Landratsamt stattfand. Allerdings ist es vom Vorschlag bis zur Realisierung noch ein weiter Weg: Nach Einschätzung von Experten aus dem Landratsamt handelt es sich um ein rechtlich komplexes Unterfangen, dennoch soll die Idee nun genauer geprüft werden. Sie könne viel Entspannung in die Diskussion mit Naturschutz und Jägerschaft bringen, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt. Sollte es klappen, wäre es "ein großer Fortschritt bei diesem zentralen Projekt".

Doch nicht nur diese eine Wegeverbindung war Thema. Derzeit liegen 24 Vorschläge für einen Neubau oder Ausbau von Radwegen im Landkreis vor, die alle diskutiert wurden. "Ein Feuerwerk der Kreativität" habe Landrat Robert Niedergesäß mit seinem Ansinnen ausgelöst, den Landkreis fahrradfreundlicher zu gestalten, sagte Brigitte Keller, die zuständige Abteilungsleiterin am Ende der Veranstaltung. Nachdem er 2017 das Thema "fahrradfreundlicher Landkreis" in den zuständigen Kreisgremien eingebracht hatte, hat der Landrat alle bisher Beteiligten und Aktiven zu dem Arbeitstreffen eingeladen: Bürgermeister, Mitglieder des Umwelt- und Verkehrsausschusses im Kreistag, des "Runden Tisches Radwege", des ADFC und des staatlichen Straßenbauamtes Rosenheim. Sie befassten sich in fünf verschiedenen Arbeitsgruppen mit allen in den letzten Jahren von verschiedener Seite vorgeschlagenen Radwege-Projekten, die insgesamt Potenzial für weit über 50 Kilometer neue Radwege bieten.

Ziel der Veranstaltung war es, dem Umweltausschuss zu seiner Sitzung im Frühjahr konkrete Empfehlungen für die weitere Entwicklung des "Fahrradfreundlichen Landkreises Ebersberg" geben zu können. Moderatoren vom "Runden Tisch Radwege" haben den Workshop-Teilnehmern alle Projektvorschläge vorgestellt inklusive einer Priorisierung der einzelnen Vorhaben. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, die Projekte zu beurteilen und weitere Ideen einzubringen. In weiten Bereichen folgten sie den Umsetzungsvorschlägen des "Runden Tisches Radwege." Es gab aber auch ganz konkrete Vorschläge von Alternativtrassen, so zum Beispiel auf dem Weg von Glonn zum Kastensee. Dort ortskundige Teilnehmer des Workshops haben angeregt, auch bestehende Feld- oder Waldwege einzubeziehen. Sie müssten zwar in der Regel ertüchtigt werden, aber damit könnte ein teurer Neubau eines Radwegs vermieden werden.