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Training in Poing:Bei Fuß! Sitz!

Auf der Hundewiese erhalten Hundebesitzer Tipps, wie sie Kommandos erteilen können

Von René Becker, Poing

Man versteht sein eigenes Wort kaum, Hunde bellen und dazwischen rufen Menschen. Es ist ein sonniger Abend, die Hunde genießen es, sich auf einer Wiese auszutoben. Etwa 50 Hunde und ihre Besitzer sind zum Training auf die Poinger Hundewiese gekommen. Herrchen und Frauchen lernen, wie sie ihren Hunden gutes Benehmens beibringen. Es geht um Leinenführung, "Sitz", "Platz" und "Bleib". Hundetrainerin Rebecca Janik zeigt Tipps und Tricks, die bei der Erziehung der Hunde helfen können.

Organisiert hat die Veranstaltung Helmut Sloim, Projektleiter der Arge Poing "Am Bergfeld", mit Unterstützung der Gemeinde. Und so begrüßen Sloim und Poings Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) gemeinsam Hunde, Halter und die Trainerin. Rebecca Janik ist eine professionelle und staatlich anerkannte Hundetrainerin, die für das Tierheim München tätig ist und sich um schwer erziehbare, besonders aggressive und traumatisierte Hunde kümmert. An diesem Abend richtet sich ihr Augenmerk auf die Hunde der Bürger aus Poing und Umgebung.

Hundewiese Poing Infoveranstaltung

Wie man den Hund dazu bringt, aufs Wort zu hören, trainieren ihre Halter auf der Hundewiese in Poing.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Janik stellt zusammen mit ihrer Kollegin Hütchen auf, durch die die Vierbeiner laufen sollen, und zeigt Herrchen und Frauchen, wie sie ihren Hunden Kommandos erteilen können. Es sei wichtig, dass die Hundebesitzer Verantwortung für ihre Hunde übernehmen, erläutert Veranstalter Sloim. Ein Training für die Hunde sei auch ein Training für die Besitzer. Das soll die Beziehung zwischen Mensch und Tier stärken. Der Hund soll besser gehorchen, und der Besitzer ein Gefühl für die Bedürfnisse seines Vierbeiners entwickeln.

Manche Hunde gehorchen sofort, manche sind etwas verspielter oder anderweitig beschäftigt. Die Stimmung ist sehr gelassen. Die Besitzer sind in Gespräche miteinander verwickelt, und die Hunde haben ihren Spaß. Der Hütchenkreis ist mittlerweile leer, bis auf einen Hund, der allein die Stellung hält. Alle anderen Vierbeiner sind bei ihren Besitzern und werden nun einzeln betreut. Unter den Vierbeinern befinden sich zahlreiche Rassen und dazwischen die viel beschäftigte Hundetrainerin Janik mit ihrer Kollegin. Kein Hund und kein Herrchen oder Frauchen wird vernachlässigt.

Hundewiese Poing Infoveranstaltung

Hundetrainerin Rebecca Janik stellt Hütchen auf und betreut die Hunde der Besucher einzeln.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Im Poinger Bergfeldpark herrscht Leinenpflicht, außer auf der seit 2018 bestehenden, 3000 Quadratmeter großen Hundewiese. Die Wiese befindet sich am Rand der Gemeinde Poing zwischen Bergfeldstraße und gefühltem Niemandsland, welches aktuell noch bebaut wird. Dabei handelt es sich um ein Provisorium. Solange die Fläche der Wiese für keine Baumaßnahmen benötigt wird, können dort Hunde frei herumlaufen. Die Hundehalter sind jedoch dazu verpflichtet, auf ihre kleinen Freunde aufzupassen. Die Hundewiese sei von der Bevölkerung sehr gut angenommen worden, sagt Sloim. Der Bürgermeister und er rechnen damit, dass die Fläche noch die nächsten zwei bis drei Jahre nutzbar sein wird.

Einige Hundehalter waren besorgt, dass die Wiese zur Straßenseite eingezäunt werden müsste. Doch die Bürger können sich freuen. Der Projektleiter bestätigt, dass die Wiese offen bleiben und nicht zu einer Art Käfig für Hund und Besitzer werden wird. Lediglich zur Rückseite, also von der Straße weg und in Richtung Baufläche, steht ein hoher Zaun. Ob für die Hundehalter Sitzbänke aufgestellt werden, ist laut Sloim noch nicht entschieden.

Die Poinger haben mit ihrer Hundewiese ein schönes Fleckchen Erde für sich und ihre Vierbeiner bekommen. Der Ausblick von der Wiese ist zwar nicht der schönste - so blickt man auf Zäune, Bagger und Schutthaufen - aber dafür ist die Fläche größer als sie von außen wirkt. Platz zum Entspannen und Austoben ist auf jeden Fall vorhanden.

© SZ vom 15.09.2020

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