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Projekt 2:Tanz mit dem Raum

Moosach Metatheater, KULTUR Meta Theater Moosach: Unter dem Dach des Meta Theater wurden an zwölf Residenzkünstler*innen Stipendien vergeben! Kick-off-Veranstaltung (hybrid)

Judith Rautenberg kreiert ihre Videoinstallationen normalerweise vor allem im öffentlichen Raum.

(Foto: Veranstalter)

Videokünstlerin Judith Rautenberg erkundet die Bühne

Obwohl die in Ebersberg geborene und im Landkreis aufgewachsene Judith Rautenberg nach Stationen in München und Wien, seit ihrem dort erworbenen Kunst-Diplom mittlerweile in Weimar lebt, hat sie den Bezug zu ihrer alten Heimat nie verloren. 2019 etwa wirkte die freischaffende Videokünstlerin und Fotojournalistin beim Arkadien-Projekt des Ebersberger Kunstvereins mit.

Rautenbergs Werke finden sich üblicherweise in Galerien oder bei Festivals, aber auch Großrauminstallationen, dreidimensionale, begehbare "Bilder" in einem Schloss oder eine bewegte Lichtskulptur in der Altstadt von Djerba gehören zu den Beweisen ihres vielfältigen Schaffens. "Sie stellt das Licht als eigenständige Energiequelle in den Mittelpunkt. Jenes Element, das als das Wichtigste im Theater dort üblicherweise in einer dienenden, untergeordneten Funktion dafür zuständig ist, den Schauspieler gut zur Geltung zu bringen", beschreibt Axel Tangerding vom Meta Theater die Arbeit der Künstlerin und seine Verbindung dazu.

Bei der Vorstellungsrunde während der Kick-Off-Veranstaltung in Moosach erzählt Judith Rautenberg, dass sie ihre begehbaren Licht- und Video-Installationen typischerweise im öffentlichen Raum kreiere. "Die Bühne ist so gegensätzlich zu meinem normalen Arbeitsort, dass die erste Frage lautet: Muss man da anders arbeiten?" Deswegen wolle sie ihr Schaffen nun erstmals aufs Theater übertragen. Hier würden die Videos zum Hauptakteur, veränderten sich durch den Bezug zum, erst mal leeren, Bühnenraum. Als nächstes wolle sie den Körper eines noch zu findenden Tänzers einbauen, eine Verbindung zur Installation suchen und sie auf diese Weise erweitern. "Wie verändert sich dadurch die Bühne, die Installation und die Handlung des Akteurs?" Schließlich wolle sie herausfinden, mit welcher Narration Lichtkunst und Mensch kombiniert werden könnten, um am Ende kein Theaterstück, sondern vielmehr eine Erzählung entstehen zu lassen.

© SZ vom 05.12.2020 / mip
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