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Poinger Selbständigenbund:Der Anpacker

IT-Projektleiter Thomas Schroeder ist neuer Vorsitzender des Gewerbeverbandes Poing.

(Foto: Privat)

Thomas Schroeder, neuer Vorsitzender des Gewerbeverbands, möchte die Unternehmer im Ort näher zusammenbringen. Den Online-Auftritt hat er bereits verbessert, jetzt plant er eine Umfrage zu den Interessen der Selbständigen und eine Veranstaltungsreihe

Wenn Thomas Schroeder, 52, von seinem neuen Amt spricht, klingt noch eine gewisse Ehrfurcht in seiner Stimme mit. Und kein Wunder. Schließlich muss er die Schuhe seines Vorgängers Günter Furtner füllen, der für die vergangenen 24 Jahre als Vorsitzender und Gründungsmitglied den Ortsverband des Bundes der Selbstständigen (BDS) prägte. "Ich bin immer noch ein bisschen überwältigt von der ganzen Geschichte", sagt er. "Von null auf hundert" ging es gleich nach seinem Amtsantritt vor etwa zwei Monaten. Plötzlich war Schroeder, der vorher kein vergleichbares Amt innehatte, in zahlreichen Gremien, Bezirks- und Landesversammlungen das Gesicht des Gewerbeverbands Poing, einer Gemeinde mit mehr als 1200 gemeldeten Gewerbebetrieben. Eigentlich ist Schroeder aber froh über den Schnellstart. Und darüber, dass ihm über Jahre aufgebaute Kontakte des Verbands verloren gehen könnten, muss er sich ebenfalls keine Sorgen machen: Gründungsmitglied Günter Furtner bleibt dem Vorstand als Kassenwart erhalten, dazu kommen Hella Broderix als Schriftführerin und Hans Reithmaier als zweiter Vorsitzender.

Obwohl ihn das Ausmaß des Amtes am Anfang etwas überraschte, hat Schroeder schon eine recht klare Vorstellung davon, wohin es in den nächsten Monaten gehen werde. "Der Ortsverband soll bekannter und zugänglicher werden." Dazu gehörten für den freiberuflichen IT-Projektleiter nicht nur die Organisation öffentlicher Veranstaltungen wie die Marktsonntage (der nächste findet am 20. Oktober statt), sondern auch der Ausbau eines neuen Onlineauftritts. Diese Plattformen möchte Schroeder nutzen, um herauszufinden, was Geschäftstreibende im Ort bewegt. "Wir wollen eine Umfrage machen: Was sind eure Anliegen, wo sollen wir euch vertreten?", erklärt er. So will Schroeder der Vielfalt der Gewerbe gerecht werden. Doch auch allgemein bekannte Themen wie der Flächenmangel beschäftigen ihn. "Es gibt wenige kleine Gewerbeflächen. In einem Fall wurden für 38 Quadratmeter über tausend Euro verlangt. Und Poing ist jetzt nicht die Maximilianstraße."

Mit der Ernennung von Schroeder hat sich der Gewerbeverband nicht nur einen Vorsitzenden mit vielen Ideen an Bord geholt. Denn bevor Schroeder auf der Hauptversammlung Ende Mai 2019 zum Vorsitzenden gewählt wurde, drohte dem BDS Ortsverband das Aus. Seitdem Günter Furtner sein Amt im Juni 2018 niedergelegt hatte, war monatelang kein Kandidat in Sicht. Als Schroeder im November 2018 auf einer Informationsveranstaltung im Bauzentrum Grub vom drohenden Schicksal des Gewerbeverbands erfuhr, zögerte er nicht lange und fasste den Entschluss, sich zur Wahl zu stellen. Dabei hatte er eigentlich nur noch auf die richtige Gelegenheit gewartet. Den Wunsch, sich in seiner Gemeinde zu engagieren, hatte der seit zwölf Jahren in Poing lebende IT-Projektleiter schon länger. So müssen die derzeit 65 Mitglieder des Verbands nächstes Jahr nicht ihr Taschentuch zücken, sondern können das Tanzbein schwingen lassen, wenn der BDS Ableger im Oktober sein 25-jähriges Bestehen feiert. Und auch politisch will man Bewegung schaffen. Anfang des Jahres ist eine Podiumsdiskussion geplant, wo den Kandidaten für die bevorstehende Bürgermeisterwahl auf den Zahn gefühlt werden soll. Den Dialog zwischen den Mitgliedern will Schroeder mit kleineren Treffen und Veranstaltungen ankurbeln. Den Auftakt macht ein Vortrag über Notfallregelungen für Unternehmen, die etwa durch einen plötzlichen Todesfall ihre Führung verlieren. Dieser soll im Oktober diesen Jahres stattfinden.

Wer auf sich und die Belange seines Gewerbes aufmerksam machen will, findet auf der Webseite unter www.bds-bayern.de/poing/gewerbeverband-poing/ Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme.

© SZ vom 06.08.2019
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