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Poing:Den Bach runter

Wasserversorger VE München Ost wirft Vorstand raus

Ende März trennt sich das Kommunalunternehmen VE München Ost mit sofortiger Wirkung von seinem Vorstand, der die Firma seit 2009 geleitet hatte. Anlass ist ein Bericht des Kommunalen Prüfungsverbandes, der massive Unregelmäßigkeiten in der Führung des Ver- und Entsorgungsunternehmens, das in 13 Gemeinden in den Landkreisen Ebersberg, Erding und München für die Wasser- und Abwasserversorgung zuständig ist, bestätigten.

Bereits seit Sommer 2014 waren Vorwürfe von ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern der VE an die Öffentlichkeit gelangt. Demnach habe sich das Betriebsklima seit Antritt des neuen Chefs drastisch und stetig verschlechtert. Es ist die Rede von Mobbing und Einschüchterung unliebsamer Mitarbeiter. Auch in Finanzfragen soll sich der Vorstand daneben benommen haben. So sollen er und seine ebenfalls in leitender Position bei der VE tätige Lebensgefährtin Dienstautos privat genutzt oder gemeinsame Urlaubsreisen als Dienstreisen deklariert und abgerechnet haben. Außerdem soll das Pärchen die von ihm bewohnte firmeneigene Wohnung auf Kosten des Unternehmens luxuriös renovieren haben lassen. Zudem hätten Mitarbeiter der VE in deren Freizeit für ihren Chef Handwerker- und Umzugsdienste leisten müssen.

Diese Vorwürfe waren der Grund, dass der Chef des Verwaltungsrates der VE, Zornedings Bürgermeister Piet Mayr, den Prüfungsverband beauftragte, das Kommunalunternehmen zu durchleuchten - mit dem Ergebnis, dass tatsächlich zahlreiche Unregelmäßigkeiten ans Licht kamen. Mit diesen befasst sich seit Ende Juni dann auch die Staatsanwaltschaft, je nach Ausgang des Verfahrens behält sich die VE ausdrücklich Schadensersatzforderungen gegen ihren früheren Vorstand vor.