Nachruf:Trauer um Johann Preimesser

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Am Mittwoch, 30. März, findet in der Pfarrkirche Steinhöring das Requiem für Johann Preimesser statt, anschließend ist Beerdigung im Gemeindefriedhof.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Gemeinde Steinhöring, die stets ein bisschen im Schatten ihrer beiden Nachbarstädte zu liegen scheint, hat dennoch eine große Geschichte. Die beginnt ganze 216 Jahre vor der Grafings und immerhin 56 Jahre vor jener Ebersbergs - und dass das beim 1175. Geburtstag im Jahr 1999 ausgiebig gefeiert wurde, lag auch an Johann Preimesser. Dieser war gewissermaßen das personifizierte Gedächtnis der Gemeinde, er war ihr Archivar und lange Jahre Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins. Nun ist Johann Preimesser wenige Wochen nach seinem 83. Geburtstag gestorben.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich Preimesser unermüdlich der Historie seiner Gemeinde gewidmet. 1992 wurde der Heimatverein Steinhöring gegründet, dem Preimesser lange Zeit auch vorsaß. Zur gleichen Zeit begannen er und sein Mitstreiter Herbert Ludwig damit, das Gemeindearchiv auf Vordermann zu bringen. Zwar hatte es auch zuvor schon eine Dokumentensammlung gegeben, allerdings war diese nie ordentlich inventarisiert worden. Dies übernahm nun Johann Preimesser in seinem kleinen Reich unter dem Dach des Rathauses. Wo wahre Schätze der Ortsgeschichte zu finden sind, etwa die "Hueber-Bücher", eine Dokumentensammlung der Familie Dellinger auf dem Gut Hueb, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen und einen einzigartigen Einblick ins Alltagsleben der frühen Neuzeit geben.

Einblicke in eine abgründige Zeit gab es unter dem Rathausdach ebenso, ein ganzer Schrank in Preimessers Archiv war der größten historischen Altlast der Gemeinde gewidmet: dem ehemaligen Lebensborn-Heim, das die Nazis auf dem Gelände des heutigen Betreuungszentrums eingerichtet hatten. Regelmäßig hielt Johann Preimesser Vorträge und Führungen zum Thema. Auch in der Ortschronik hat er sich damit auseinandergesetzt, ein Projekt, das als eines der ersten in seiner Zeit als Archivar und Heimatvereinsvorsitzender begonnen wurde. Die in drei Jahren anstehende 1200-Jahr-Feier werden nun andere organisieren müssen, eine gute Grundlage dafür hat Johann Preimesser indes gelegt.

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