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Mitten in Ebersberg:Seifenblasen an Silvester

Viel Sport treiben, gesund essen, endlich mal Ordnung am Schreibtisch schaffen: Das alles könnte man im neuen Jahr angehen. Theoretisch

Gute Vorsätze - gleichen sie nicht fragilen Seifenblasen, die Kinder und Erwachsene in die Luft pusten? Kaum schweben die in allen Farben des Regenbogens schillernden Dinger durch den Raum, sind sie auch schon zerplatzt. Die Vereinten Nationen hätten allen Grund, den 31. Dezember zum internationalen Tag der Seifenblase erklären. Dutzendweise quillen die Kugeln an diesem Tag aus dem klebrigen Schaum eines vieltausendfachen schlechten Gewissens; und alle Jahre wieder versichern deren Schöpfer, dass die Gebilde dieses eine Mal echt Bestand haben würden. Ganz ehrlich!

Wer's glaubt, wird selig. Die Fitness etwa, die wollen wir im neuen Jahr so intensiv betreiben, dass der Körperumfang vor Schreck von selber schrumpft. Dann werde man morgens auch wacher sein, joggen, Müsli essen und gleich nach dem Sonnengruß am offenen Fenster mit dem Fahrrad ins Büro fahren, das bloß noch repariert, geputzt und aufgepumpt werden muss. Ist doch ein Klacks! Es bleibt sogar noch Energie übrig, um alle Schubläden gründlich auszumisten.

Gleich am Neujahrstag wird man damit beginnen, die Vorsätze in die Tat umzusetzen. Gut, das mit dem frühen Aufstehen kann man an einem Feiertag zumal nach Silvester wirklich nicht verlangen. Schließlich gehört auch "Entschleunigung" zum Repertoire der Absichtserklärungen. Und das Fitnessstudio? Vermutlich hat das sowieso zu; und hat man nicht erst kürzlich gelesen, dass dort auf Wirbelkörper und Schultergelenke allerlei Risiken lauern? Es sähe außerdem ziemlich blöd aus, wenn man beim Neujahrsbrunch nur Salat und Sprudel zu sich nähme. Wenn man es sich also genau überlegt: Es läuft einem nichts weg. Das Jahr, es hat gerade erst begonnen. Viel Zeit also, Seifenblasen in die Luft zu pusten. Und zuzuschauen, wie sie platzen. So wie gute Vorsätze.