Mitten im Sommer:Mama wird's schon mixen

Lesezeit: 2 min

Wer Nachwuchs im Kindergarten- oder Grundschulalter hat, kommt jetzt ganz schön ins Schwitzen: Im Juli gibt es eine Feier nach der anderen - und überall soll man was mitbringen.

Glosse von Astrid Samhuber

Der Juli ist der Advent des Sommers! Eine Erkenntnis, zu der man spätestens gelangt, wenn der Nachwuchs im Kindergarten- oder Grundschulalter ist und auch noch Mitglied eines Sportvereins. Nun reiht sich wieder eine Festivität an die nächste.

Ja, im Juli gibt es viele Gelegenheiten für Zusammenkünfte: Der Hort feiert den Sommer, der Fußballverein Saisonabschluss und die Grundschule das Buchstabenfest, um nur einige Highlights zu nennen, die in den kommenden Tagen und Wochen die Familie ereilen werden. Und genau wie im Advent werden wieder Listen ausgehängt, in denen man eintragen kann, was denn Leckeres zur Feier mitgebracht wird. Nur dass es dieses Mal nicht um Plätzchen geht. Hier heißt es nun übrigens schnell sein und sein Kreuzchen bei den weniger aufwendigen Sachen machen: Zehn Brezen sind nun mal viel schneller besorgt, als eine Platte mit liebevoll geschnitztem Obst und Gemüse hergerichtet ist. Um den einen oder anderen Kuchen wird man trotzdem nicht herumkommen.

Doch Obacht! Nicht alles, was schmeckt, darf auch wirklich in den Kuchen rein! Bitte nicht vergessen, auf der sogenannten Zutatenliste zu deklarieren, was drin ist! Die Liste ist dann zusammen mit dem Kuchen abzugeben. Blöd auch, wenn der Sohn einen einfach für den Cocktail-Service beim Sommerfest angemeldet hat. Und auf die Frage, ob auch Drinks mit Alkohol gemischt werden dürfen, die Antwort Nein lautet, schließlich befinde man sich in einem Kinderhaus. Caipirinha und Aperol Spritz sind da im Sommer genauso wenig gerne gesehen wie Glühwein und Punsch im Winter. Wenig bis überhaupt kein Alkoholkonsum verhilft natürlich auch zu einer besser durchdachten Wochenplanung in diesen harten Partyzeiten.

Denn eines sollte möglichst nicht passieren: dass der Kuchen zur falschen Zeit am falschen Ort ist oder gar das Kind zum falschen Anlass gekleidet. Alles schon gesehen! Wenn plötzlich eine einzelne Elsa (die Eiskönigin, Anmerkung der Redaktion) inmitten eines Haufens völlig normal angezogener Kinder auftaucht, wurde wohl die E-Mail, dass das Kind gerne verkleidet kommen darf, dem falschen Fest zugeordnet. Nicht schön für das Kind, aber auch nicht für die Mutter. Man leidet mit ihr und würde jetzt so gerne den richtigen Cocktail für sie mixen. Das Gute am Advent genauso wie am Juli: Am Ende beginnen die Ferien und damit genug Zeit, um sich von den Turbulenzen der letzten Wochen zu erholen.

Apropos Turbulenzen: In diesem Jahr hat man seit langem mal wieder eine Flugreise geplant. Was man so hört, bleibt zu hoffen, dass die Abfertigung am Flughafen nicht ähnlich spannend wird wie das Warten aufs Christkind. Auf eine "schöne Bescherung" möchte man in diesem Fall zumindest lieber verzichten.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB