Junge Forscher Technik, die begeistert

Mit Praxis lernt man komplexe Zusammenhänge besser.

(Foto: Realschule Poing)

Naturwissenschaften bringen Auszeichnung für Poings Realschule

Von Stella Vogl, Poing

Einen Zaubertrick mit Zahlen aufdecken, Lernen, wie man Roboter programmiert - was nach Zukunft und Innovation klingt, ist in der Dominik-Brunner-Realschule in Poing seit gut fünf Jahren in Wahl- und Regelunterricht fester Bestandteil. Denn neben dem immer wieder theoretischen Unterricht, der es Schülern manchmal nicht leicht macht, sich mit naturwissenschaftlichen Fächern anzufreunden, gibt es auch erweiternde Angebote.

Antrieb dafür gab bis vor kurzem insbesondere die Mathe- und Chemie-Lehrerin Lisa Krieg. Aus ihrer Erfahrung kann sie berichten, dass die Fächer Mathematik und Chemie vorschnell als schwierig und trocken verurteilt werden. Das könne auch daran liegen, dass Eltern aus deren Schulzeit eher Negatives über die Fächer zu berichten haben: "Diese Vorurteile versuchen wir abzubauen". Aus diesem Grund setzt sich die engagierte Lehrerin, die sich momentan im Mutterschutz befindet, schon seit Beginn ihrer Anstellung vor knapp fünf Jahren dafür ein, Schüler für die "MINT-Fächer", also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern.

Der Wahlunterricht bietet den Schülern dabei eine gute Gelegenheit zu testen, inwiefern man sich im technischen, digitalen und naturwissenschaftlichen Bereich zurechtfindet. Dabei kann Lisa Krieg von einer ganzen Bandbreite an Angeboten berichten, die sie gemeinsam mit ebenso begeisterten Kolleginnen und Kollegen auf die Beine gestellt hat. Und auch von zumal ungewöhnlich anmutender Zusammenarbeit: "Letztes Jahr hat die Haushalts- und Ernährungsfachschaft den Schüler Einblicke in die molekulare Küche gegeben. Ein anderes Projekt kam zustande, als nicht alle Neuntklässler mit auf Austausch konnten. Da haben unsere daheimgebliebenen Schüler den Drittklässlern aus der Nachbargrundschule Experimente gezeigt und die Inhalte dazu erklärt".

Ganz gleich, wie stark man sich mit den MINT-Fächern identifiziert und wie viel Talent die Kinder mitbringen, Lisa Krieg ist der Meinung, dass man zumindest einmal MINT-Luft geschnuppert haben sollte. Vor diesem Hintergrund wurde eine zusätzliche Stunde in den sechsten Klassen eingeführt. Spielerisch und kreativ werden die Schüler an Bereiche der Mathematik, Physik, Chemie und Technik herangeführt, die man sonst im Unterricht so nicht erleben kann. Und das ganz ohne Notendruck und nur mit einem begrenzten Theorieteil. Denn hier können die jungen Schüler experimentieren und knifflige Rätsel lösen. Natürlich fielen die Begabungen und das Interesse daran unterschiedlich aus, erzählt Lisa Krieg: "Kann ich mich dafür begeistern oder bin ich froh, wenn mir die Lösung präsentiert wird?"

Trotzdem ist die Resonanz durchweg positiv und das Interesse an den MINT-Fächern groß. So reichte ein Wahlkurs "Junge Forscher" gar nicht aus, im Gegenteil. Ganze drei Gruppen mit jeweils zehn bis 15 Schülern entstanden. Nicht nur die durchweg positive Resonanz von den Schülern verweist darauf, dass sich die Bemühungen gelohnt haben, sondern auch die diesjährige Auszeichnung als "Mint-freundliche Schule". Als solche wurde die Dominik-Brunner-Realschule nun zusammen mit 110 weiteren bayerischen Schulen im Rahmen der bundesweiten Initiative "MINT Zukunft schaffen" für ihren Einsatz gewürdigt. "Da wäre ich natürlich gerne dabei gewesen", gibt Lisa Krieg zu.

Auch in Zukunft will sich die Realschule für Digitalisierung, Technik und Naturwissenschaften einsetzen. So nimmt die Schule momentan am Versuch "Digitale Schule 2020" Teil. Trotzdem ist es Lisa Krieg wichtig zu betonen, dass "es nicht unser Ziel ist, jeden Schüler in die MINT-Ecke zu drängen". Denn letztendlich ginge es darum zu zeigen, dass Naturwissenschaften "Super-Spaß machen können".