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Hohenlinden:Bauzeit mit Hindernissen

Lichtdurchflutet ist der Neubau im Inneren.

(Foto: Christian Endt)

Asbest, Überschwemmung, instabiler Boden: Die Planer standen beim neuen Pfarrheim vor einigen Herausforderungen

Mit der Einweihung des neuen Pfarrheims wird eine lange Geschichte abgeschlossen: Erste Schritte wurden unter dem kommissarischen Leiter des Pfarrverbands Maria Tading und Isener Pfarrer Josef Kriechbaumer in die Wege geleitet und vom Pfarradministrator Christoph Stürzer in Zusammenarbeit mit Pfarrei und Erzbistum konkretisiert. Die Pfarrgemeinde hätte den Altbau aus den 1960er Jahren mit Zustimmung des Erzbistums sanieren können, was sie wegen der maroden Bausubstanz und dem Saal im Obergeschoss ablehnte. Barrierefreiheit in einem ebenerdigen Gebäude ohne Aufzug und Außentreppe war das Ziel.

Der Abriss des Altbaus sorgte für Herausforderungen, weil asbesthaltiges Material entsorgt werden musste. Auch der Boden in Hanglage war instabil, ein Gutachten und daraus resultierend 360 Stützpfähle waren erforderlich. Als es während des Baus stark regnete, schwappte auf der Nordseite des Neubaus an der Pfarrer-Andrä-Straße Wasser auf den Parkettboden - daraufhin wurde der Hochwasserschutz durch Ablaufrinnen und drei Schächte verbessert. Wegen der Barrierefreiheit konnte aber kein allzu hoher Bordstein an der Eingangsseite eingesetzt werden, die Zufahrt für Rollstuhlfahrer musste frei bleiben. Für Gesprächsstoff sorgte das wellenförmige Aluminiumdach. Der Bauantrag sorgte im Gemeinderat zunächst für Kritik. Im Dorfgebiet ohne Bebauungsplan war der Entwurf aber zulässig. 2019 wurde auf Antrag der Kirchenstiftung Sankt Josef für die auf 90 000 Euro geschätzte Innenausstattung ein gemeindlicher Zuschuss von 50 000 Euro gewährt, der allerdings nicht für Möbel im Pfarrbüro verwendet werden darf: "Wir respektieren das und werden uns an die Bedingung halten. Wir sind der Gemeinde für die Hilfe dankbar", sagt Kirchenpfleger Josef Gallenberger dazu, denn das Erzbistum München und Freising finanziert zwar den Neubau, aber nicht die Innenausstattung. Die Möbel für den Pfarrsaal sind bereits da, Möbel für den Jugendraum und eine Garderobe müssen noch geliefert werden. Die alten Stühle werden im Altarraum der Kirche und im Leichenhaus weiter genutzt. Die Gesamtkosten für den Abriss und Neubau stehen noch nicht fest: Wegen Kostensteigerungen im Bausektor, Stützpfählen, teurer Entsorgung der Abbruchmaterialien, Zusatzkosten für Hochwasserschutz, könnte das neue Pfarrheim aber über den Schätzkosten liegen. Wie hoch diese waren, dazu äußert sich Gallenberger nicht. Vor einigen Jahren war von 900 000 Euro die Rede gewesen, dies war aber nur eine grobe Kostenschätzung auf der Basis einer Entwurfsplanung gewesen.

Eine wichtige Rolle spielt beim Neubau der Klimaschutz: Das Gebäude wurde an das Nahwärmenetz der Gemeinde angeschlossen - der Altbau hatte noch eine Zentralheizung - und auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage vorinstalliert. Durch die vielen Fenster werde elektrisches Licht gespart. Vor dem Eingang und im Pfarrgarten werden Blumen gepflanzt. Das Pfarrbüro soll in den nächsten Wochen vom alten Pfarrhaus - in dem Pfarrer Janusz Budner weiter wohnen wird - in den Neubau umziehen. Das neue Pfarrheim sei bereits von Gruppen aus anderen Pfarrgemeinden, die ein neues Gebäude planen, als Modellprojekt besichtigt worden, die Resonanz sei gut gewesen. Man könne stolz auf den Neubau sein, unterstreicht der Kirchenpfleger.