bedeckt München 15°

Energie sparen:6000 neue Straßenlaternen

Fünf Gemeinden aus dem Landkreis wollen ihre Straßenlampen auf LED umstellen. Jährlich könnte dadurch eine Million Kilowattstunden Strom eingespart werden

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Fünf Gemeinden aus dem Landkreis wollen ein leuchtendes Beispiel abgeben, was den Stromverbrauch für die Straßenlampen betrifft: An die 6000 "Leuchtpunkte" sollen insgesamt in Poing, Vaterstetten, Aßling, Zorneding und Oberpframmern ausgetauscht und durch LED-Leuchtkörper ersetzt werden, das hätte eine jährliche Einsparung von einer Million Kilowattstunden zur Folge, wie Bärbel Zankl erläutert. Sie arbeitet in der Ebersberger Energieagentur an dem Vorhaben mit. Die Federführung für das interkommunale Pilotprojekt mit dem Namen LED 5 hat der Stromversorger Eberwerk übernommen. Ein paar Hürden gibt es noch: Ob die Anträge auf Zuschüsse bewilligt werden, wird sich erst im ersten Halbjahr 2019 zeigen. Und dann müssen auch noch die Gemeinderäte zustimmen.

Mitte kommenden Jahres könne der Austausch der Lampen beginnen.

(Foto: Peter Bauersachs)

Bereits seit Sommer arbeiten die Kommunen gemeinsam mit dem Eberwerk an dem Thema, denn für ein aktuelles Förderprogramm, das Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent der Kosten in Aussicht stellt, mussten die Anträge Ende September eingereicht werden. Alle Straßenlampen mussten dafür zunächst begutachtet und ihr Zustand dokumentiert werden. Doch der Aufwand könnte sich lohnen: Durchschnittlich verbrauchen die modernen LED-Lampen 75 Prozent weniger Strom als herkömmliche Straßenbeleuchtung, wie Markus Henle, Geschäftsführer des Eberwerks, erläutert. 600 Tonnen CO₂ können laut Zankl so jedes Jahr vermieden werden. Doch nicht nur die Umwelt profitiert. Längerfristig werden auch die Kommunen finanziell entlastet, unterstreicht Henle: Die Amortisationszeit betrage durchschnittlich sieben bis zehn Jahre. Zunächst allerdings müssen die Gemeinden erst einmal investieren. Die Bestandsaufnahme, technische Grobplanung der Umrüstung und Aufbereitung von Unterlagen für den Förderantrag kostet pro Kommune etwa 10 000 bis 15 000 Euro. Die Umrüstung schlägt pro Leuchtstelle laut Henle etwa mit 350 bis 400 Euro zu Buche, bei kleineren Kommunen ist es tendenziell etwas mehr. Hier lohnen sich laut Henle kommunale Zusammenschlüsse besonders, durch ein gemeinsames Projektmanagement und bessere Einkaufskonditionen könnten die Kosten verringert werden.

Nach etwa 15 bis 20 Jahren hat sich der Tausch amortisiert

Informiert worden waren die Gemeindechefs bei einer Bürgermeisterdienstbesprechung über die Möglichkeit, an dem Pilotprojekt teilzunehmen. Er habe nicht lange überzeugt werden müssen, sagt Oberpframmerns Bürgermeister Andreas Lutz (CSU), in seiner Gemeinde werde ohnehin viel getan, um die Energiewende voranzubringen. Unter anderem gebe es "einen sehr aktiven Arbeitskreis", in dem auch Bärbel Zankl von der Energieagentur mitwirkt, dies mache doch einiges einfacher, sagt der Bürgermeister. In Oberpframmern rechnet man damit, dass der jährliche Stromverbrauch von 62 600 Kilowattstunden auf 18 600 sinkt, das entspricht einer Kostenersparnis von etwa 9000 Euro pro Jahr. Allerdings muss Oberpframmern erst einmal 184 000 Euro für die Umstellung ausgeben.

In Poing geht es um den Austausch von 1476 alten Lampen - knapp 400 in den neuen Wohngebieten der Gemeinde erfüllen bereits neueste Standards. Laut Kalkulationen werden die jährlichen Stromkosten von 75 000 auf dann 25 000 Euro sinken, wie Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) erläutert. 700 000 Euro an Kosten blieben für die Gemeinde übrig, wenn sie den Zuschuss erhält. Natürlich müsse der Gemeinderat entscheiden, ob und in welcher Geschwindigkeit man den Austausch vornehmen lasse, sagt Hingerl. Für ihn sei die Maßnahme aber ein wichtiger Beitrag zur Energiewende.

Sollten die anderen Gemeinden im Landkreis dem Beispiel der LED 5 folgen wollen, gibt es laut Henle die Möglichkeit durchaus. Es werde auch 2019 ein neues Förderprogramm aufgelegt - allerdings voraussichtlich mit niedrigeren Zuschüssen.

© SZ vom 26.11.2018
Zur SZ-Startseite