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Ebersberger Faschingszeitung:Seitenweise blühender Blödsinn

Ebersberg - Womit möchten Bürgermeisterkandidaten, Stadtratsanwärter und politische Gruppierungen im kommunalen Wahlkampf punkten? Was macht Bürgermeister Walter Brilmayer, wenn er in Rente ist? Natürlich, für die Redaktion der Ebersberger Faschingszeitung drängte sich die Kommunalwahl in dieser Saison geradezu auf. So ist die anstehende Wahl in der frisch gedruckten Publikation beherrschendes Thema. Sehr amüsant ist das Würfelspiel mit den fünf Bürgermeisterkandidaten. Der "Run aufs Rathaus" scheint Elfriede Brilmayer zu gelingen, die laut Faschingszeitung ebenfalls kandidiert. "Sie singt, tanzt und trinkt am Weinfest alle nieder und gewinnt die Wahl. Alle zurück auf Los bis in sechs Jahren."

Einen ironischen Unterton hat auch der Artikel "Alternatives Hallenbad". Hier geht es darum, dass ein Barfußpfad die Anlage mit naturbelassenen Moorschlammbereichen an der Weiherkette verbinden soll. Sehr lustig ist, wie in der Annonce "Ebersberg sucht Bademeister" überlegt wird, welche Kenntnisse der Bewerber mitbringen muss: Chlorzufluss regeln, sobald sich das Beckenwasser gelblich färbt. Dann sei auch der Aufstieg mit späterem Wechsel zur Kläranlage möglich. Es soll die Serie "Lindenstraße" zu "Ebersberger Umgehungsstraße" umbenannt oder die "Alte Post" als Versuchslabor für die große Politik genutzt werden. Optisch sehr nett gestaltet ist die Rubrik "Ich einfach unverbesserlich". Dort werden alle wichtigen Mitglieder des Rathauses als "Minions" dargestellt.

Viel lachen darf, wer die Rubrik "Wussten Sie schon, dass..." liest. Dreimal wurde der Bürgermeister auf seinem Rückweg von Yssingeaux am Bodensee geblitzt. Das sei der Grund, warum er sein Amt niederlege - "es wird zu teuer!" Die "Zeitung", die in Ebersberger Geschäften ausliegt, ist mit lustigen Bildern ausgestattet, unter anderem der "Rötfördeppen"-Illustration, die einer IKEA-Aufbauanleitung ähnelt.

© SZ vom 22.02.2020
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