Dank Wiesen und Totholz Der Forst blüht auf

Josef Rüegg vom Landschaftspflegeverband Ebersberg und Jürgen Hörmann, Berufsjäger am Forstbetrieb Wasserburg, auf einer Blühwiese im Forst.

(Foto: privat)

Neue Lebensräume für Insekten, Vögel und Co. geschaffen

Der Forstbetrieb Wasserburg hat in diesem Jahr im Ebersberger Forst verschiedene Maßnahmen für die Verbesserung der natürlichen Lebensräume von Insekten, Vögeln und Co. ergriffen. Im Rahmen des Naturschutz-Programms "Der Wald blüht auf" der Bayerischen Staatsforsten wurden zusätzlicher Lebensraum für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere seltene Insekten geschaffen, zum Beispiel Blühwiesen sowie ökologisch wertvolles Totholz.

Mit Unterstützung durch Josef Rüegg vom Landschaftspflegeverband Ebersberg wurden acht Blühflächen im Forst angelegt. Die große Trockenheit in diesem Sommer machte freilich auch den jungen Ansaaten zu schaffen, dennoch blühen derzeit einige Wiesen in bunten Farben. Ausgebracht wurde ausschließlich Saatgut regional natürlich vorkommender Pflanzenarten wie Knoblauchsrauke, Schlangenknöterich, schwarze Königskerze und Mädesüß. Ergänzend wurden im Ebersberger Forst verschiedene heimische blühende beziehungsweise fruchttragende Bäume und Sträucher gepflanzt.

Auffallen können Waldbesuchern auch einige Laubbäume, die in etwa vier bis fünf Metern Höhe "geköpft" wurden. Ihr Kronenmaterial liegt unweit der Stämme. Damit wurde aktiv angehendes Totholz geschaffen, welches im Zuge der natürlichen Zersetzung von verschiedensten Tierarten besiedelt werden kann. Gerade stehendes Totholz ist ökologisch gesehen sehr wertvoll, denn es bietet vielen höhlenbrütenden Vogelarten und Kleinsäugern in sicherer Höhe eine geschützte Behausung. Auch zahlreiche Insekten verschiedenster Arten finden hier einen Lebensraum.

Der Ebersberger Forst als großes zusammenhängendes Waldgebiet mit zahlreichen Waldwiesen ist umgeben von landwirtschaftlich genutzter Fläche. Umso wichtiger also, dass solche Maßnahmen insbesondere für Insekten, aber auch für Vögel und Wild neuen Lebensraum bieten. Das fördert die Biodiversität in den Wäldern. Neben der Verbesserung der Nahrungsgrundlage für viele Tierarten tragen die Maßnahmen auch zur Biotopvernetzung bei.

Das Projekt "Der Wald blüht auf" wurde ins Leben gerufen, um in den Staatswäldern das Angebot an Blühflächen und an Totholz als Lebensraum für die heimischen Insekten zu steigern. Ziel ist die Entwicklung, Begründung und Pflege von Blühflächen, blühenden Waldinnensäumen, Hecken und wertvollen Offenlandflächen. Damit wird rasch ein sichtbares Zeichen für die Biodiversität in und um den Staatswald in Bayern gesetzt. Durch Biotop- und Artenschutz im Wald sollen die natürlichen Lebensräume und die genetischen Ressourcen erhalten und verbessert werden.

Im Ebersberger Forst, einem rund 7 600 Hektar großen Waldgebiet, leistet der Forstbetrieb Wasserburg, teilweise in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, mit besonderer Sorgfalt bei der Waldbewirtschaftung und zahlreichen Schutzprojekten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität.