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Dreharbeiten zu "München 7":Ude gibt den Ude

München 7 Dreh

Regisseur Franz Xaver Bogner (links) amüsiert sich prächtig mit Christian Ude sowie den Schauspielern Johann Schuler und Winfried Frey (rechts).

(Foto: Veronica Laber)

Münchens ehemaliger Oberbürgermeister spielt in einer neuen Folge der Polizeiserie "München 7" mit, natürlich in seiner Paraderolle als OB. Nicht nur Regisseur Franz Xaver Bogner bescheinigt Christian Ude schauspielerisches Talent.

Christian Ude ist ganz in seinem Element. Braun gebrannt steht der 66-Jährige in einem Besprechungsraum des Münchner Rathauses, ein Dutzend Kameras sind auf den entspannt lächelnden Politiker in dem dunklen Anzug mit der roten Krawatte gerichtet. Trotzdem wirkt die Szenerie etwas grotesk. Neben ihm zwei Polizeibeamte, um den großen Besprechungstisch stehen ziemlich heruntergekommen wirkende Obdachlose.

"Die Szene hat sich vor einigen Jahren fast genau so abgespielt", sagt Ude wenig später. Münchner Bettler hatten seinerzeit den Oberbürgermeister um Beistand gebeten, weil plötzlich so viele fremde Bettler in der Stadt waren. Und die Geschichte wiederholt sich irgendwie: Gerade dreht Regisseur Franz Xaver Bogner im Rathaus eine Szene für die neue Staffel der Polizeiserie "München 7". Mit dabei sind 14 echte, allerdings stark überschminkte Münchner Obdachlose - und Christian Ude. Natürlich als Oberbürgermeister.

Ein überzeugender Schauspieler

Der Plot mit Udes Gastauftritt ist schnell erzählt: Die Mesnerin Cornelia, gespielt von Margret Völker, will Ausweise für die Münchner Bettler haben, damit man sie von den organisierten Bettlern unterscheiden kann. Nur die echten Münchner dürften dann noch vor der Kirche um Geld bitten. Der Pfarrer (dargestellt vom ehemaligen Merkur-Chefredakteur Karl Schermann) will das juristisch prüfen lassen und schaltet die Polizei vom 7. Revier ein. Allerdings hat in der Angelegenheit auch die Stadt ein Wort mitzureden, und so wird der Münchner Oberbürgermeister um Rat gefragt, Christian Ude. Der hält im Film eine kurze Rede, "deren Inhalt ich selber bestimmen konnte", erzählt Ude. Bogner habe ihn bei einer Geburtstagsfeier mal gefragt, ob er als echter Oberbürgermeister in einer München 7-Folge die rechtliche Lage erklären könnte. Ude konnte und wollte. Schließlich ist es nicht seine erste Rolle als Christian Ude.

Bereits vor zwei Jahren spielte er, damals noch amtierender OB, in einer Folge von "Soko 5113" sich selbst. "Ich schau mir zum Verwechseln ähnlich", sagte er damals über seinen Einsatz in der Krimiserie. Auch in der Lindenstraße hatte er zwei Auftritte als Oberbürgermeister. Ganz am Anfang seiner Amtszeit vor zwei Jahrzehnten stand er sogar mit dem Rocksänger Campino vor der Kamera. Damals spielte er "einen leicht vertrottelten und korrupten Polizeibeamten", erinnert sich Ude. Die Kritiker bescheinigten im damals eine derart überzeugende schauspielerische Leistung, dass Ude es "beinahe als kränkend" empfunden habe.

Kabaretttournee durch Deutschland

Schauspielerisches Talent bescheinigt ihm auch Franz Xaver Bogner. "Zwischen OB spielen und OB sein liegen Welten", sagt der Regisseur, "aber er kann beides." Und auch Schauspielkollege Schermann ist beeindruckt von Udes Auftritt, gerade weil er dessen "üblichen Redefluss" nur allzu gut kennt. Es sei für Ude sicherlich schwierig gewesen, die Rede immer wieder wegen des Szenenschnitts zu unterbrechen, sagt Schermann grinsend.

Christian Ude nimmt das Lob für seine schauspielerischen Einlagen natürlich gelassen. Im Dezember startet der ehemalige Oberbürgermeister ohnehin seine Kabaretttournee durch Deutschland. Und falls er wieder einmal den OB geben soll, hat er kein Problem damit. Es ist eben die Rolle seines Lebens: "Sie ist mir sozusagen auf den Leib geschrieben", sagt er und lacht herzhaft. Ganz der Ude.