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Unmut im ehemaligen Dachauer Moos:Von wegen gleiches Recht für alle

Viele Bergkirchener Ortsteile liegen im Außenbereich, doch bauen darf nicht jeder

Bergkirchen - Immer mehr Menschen ziehen in den Landkreis, Wohnungen sind Mangelware. Da ist es kein Wunder, dass Eigentümer, die über ein freies Grundstück verfügen, jetzt bauen wollen. Doch nicht überall gibt es Baurecht. So gelten in Bergkirchen alle Siedlungen im ehemaligen Dachauer Moos wie Gröbenried, Eschenried oder Neuhimmelreich als Außenbereich. Als Flächen außerhalb gewachsener Dörfer also, auf denen nicht gebaut werden darf.

Edi Hörmann, Wirt vom Eschenrieder Gasthaus Kreuzhof, wunderte sich deshalb bei der Bürgerversammlung, warum die Gemeinde auf einem Grundstück in Neuhimmelreich einen Handwerkerhof errichten, er selbst aber das alte Rückgebäude seiner Gaststätte nicht nach seinen Vorstellungen erneuern darf. Tatsächlich liegen beide Siedlungen im Außenbereich, allerdings gelte in Neuhimmelreich ein alter Bebauungsplan von 1989. In Eschenried dagegen gebe es keine Bauleitplanung, erklärte Bürgermeister Simon Landmann (CSU). Allerdings nimmt die Frage von Hörmann eine Situation in den Fokus, die Betroffene nicht nachvollziehen können und als ungerecht empfinden.

Das weiß auch der Rathauschef. Mit Blick auf ganz Bayern erscheine es sinnvoll, so Landmann, dass verstreut liegende Gehöfte nicht langsam zu Dörfern anwachsen, das ganze Land zersiedelt werde. Doch im konkreten Fall Bergkirchen lägen Siedlungen wie Gröbenried zentraler und verkehrsgünstiger zur Stadt Dachau als etwa Lauterbach. "Aber in Gröbenried geht gar nichts, in Lauterbach darf man bauen. Das ist bayerisches Baurecht." Bergkirchen ist besonders betroffen, nur in acht von 23 Ortsteilen dürfen die Bürger bauen. Dass gerade die Bürger im Moos, allein in Gröbenried und Eschenried leben 540 Menschen, das nicht versehen, kann der Rathauschef nachvollziehen. Die Gemeinde bringe auch manches Projekt durch, etwa eine zweite Wohneinheit, sagte Landmann den Bürgern im Wirtssaal. Grundsätzlich dürfen sich die Anwohner der Moossiedlungen aber wenig Hoffnung machen. "Der Landesentwicklungsplan wird mit jeder neuen Ausgabe schärfer, da geht im Außenbereich bald gar nichts mehr", stellte Landmann fest.

© SZ vom 23.03.2018 / pes
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