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Sulzemoos:Gemeinde will Jugend und Gewerbe halten

Als der Sulzemooser Bürgermeister Johannes Kneidl (CSU) im Frühjahr dieses Jahres sein Wahlprogramm vorstellte, versprach er, sich massiv für die Schaffung von Wohnraum vor allem für die "Nachgeborenen" in der Gemeinde einzusetzen. Jetzt, am Jahresende, "brennt uns das Thema nach wie vor unter den Nägeln", sagt Kneidl. "Wir wollen kein exorbitantes Wachstum", betont er; es gehe vielmehr darum, junge Leute in der Gemeinde halten zu können - und das sei angesichts der Entwicklung des Miet- und Grundstücksmarkts nicht einfach.

Zwei Projekte hat die Gemeinde mittlerweile auf den Weg gebracht. So soll 2021 in Wiedenzhausen-Süd ein Neubaugebiet erschlossen werden. Geplant sind Einfamilien- und Doppelhäuser und auch ein Mehrfamilienhaus. Das Grundstück für Letzteres bleibt vorerst bei der Gemeinde. Ob sie es selbst bebauen werde, sei derzeit noch offen, sagt Kneidl. Die Entscheidung hänge von der finanziellen Lage der Kommune ab.

Ein weiteres Baugebiet soll am "Badfeld" in Einsbach entstehen. "Wir wollen hier eine leichte Bebauung mit Einfamilien- und Doppelhäusern", erklärt Kneidl. Die Grundstücke sollen im Baulandmodell vergeben werden. Die Nachfrage sei jetzt schon enorm; zuletzt könnten, so die Einschätzung des Bürgermeisters, "vielleicht gar nicht alle Interessenten zum Zuge kommen". Nachdem vor kurzem der Aufstellungsbeschluss für das Projekt gefasst worden ist, soll bald auch der Satzungsbeschluss gefasst werden.

Deutliches Interesse gibt es laut Johannes Kneidl innerhalb der Gemeinde auch an Gewerbegrundstücken. Verschiedene örtliche Unternehmen suchten nach Erweiterungsmöglichkeiten. "Wir wollen unsere Betriebe in der Gemeinde halten", sagt der Bürgermeister, manche seien ohne Erweiterungsmöglichkeiten "abwanderungsgefährdet". Noch aber sieht Kneidl keine Lösung für das Problem: "Wir haben momentan keine geeigneten Flächen."

© SZ vom 21.12.2020 / RZ
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