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Reden wir über:Lichtkunst für die Altstadt

Stadträtin Sabine Geißler.

(Foto: Toni Heigl)

Stadträtin Sabine Geißler erläutert den Antrag ihrer Bündnis-Fraktion

Von Eva Waltl

Mit einem Lichtinstallationsprojekt will das Bündnis für Dachau für mehr Farbe in Dachaus Straßen sorgen. Den Antrag zur Umsetzung der Idee liegt der Stadt bereits vor. Sabine Geißler (), Tourismusreferentin im Stadtrat, sieht darin nicht nur eine Bereicherung für alle Kunstliebhaber, sondern auch die Chance, die Stadt für Touristen attraktiver zu gestalten. Das Bündnis fordert nun in einem Antrag an die Stadt Dachau zu prüfen, ob ein Projekt für öffentliche Lichtinstallation entstehen kann.

SZ: Frau Geißler, was genau steckt hinter diesem Projektantrag?

Sabine Geißler: Das Projekt ist Teil unseres Wahlprogramms. Die Idee ist es, Gebäudefassaden mit Lichtinstallationen zu beleuchten. Fotos solcher Art von Installationen habe ich schon öfter gesehen, und es ist beeindruckend, mit welch unterschiedlichen Methoden man Licht einsetzen kann: Entweder werden nur einzelne Bilder oder Lichtfolgen nacheinander oder sogar ganze Gemälde auf Hausfassaden projiziert. Es gibt ganz einfache Lichteffekte, die die Gebäude verfremden. Man kennt das aus anderen Städten, beispielsweise im Münchner Museumsviertel, aus Weilheim mit seinem "Lichtkunst"-Festival oder aus der französischen Stadt Le Puy, wo auf den Fassaden verschiedene Bilder oder auch Videos erscheinen.

Gibt es schon Ideen, wie das Projekt in Dachau umgesetzt werden kann?

Ja, aber noch keinen konkreten Plan. Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Ich kann mir die Lichtinstallationen wunderbar auf den Fassaden in der Altstadt vorstellen: Auf der Rathausfassade, vielleicht auf der schönen Fassade der Sankt-Jakobs-Kirche. Vielleicht sogar eine Panoramaprojektion. Wir können uns vorstellen, das Projekt im Rahmen des Dachauer Musiksommers stattfinden zu lassen. Menschen sind in der Stadt unterwegs und könnten dabei die Lichter bewundern. Wir möchten die Lichtprojektion auf jeden Fall mit Musik verbinden und würden dabei gerne mit Dachauer Musikern zusammenarbeiten anstelle von auswärtigen geladenen Künstlern. Die Musiker könnten das Projekt entsprechend musikalisch untermalen. Die Coronasituation fordert die Unterstützung hiesiger Künstler, und wir könnten ihnen mit der Aktion die Möglichkeit bieten, sich einzubringen.

Was versprechen Sie sich von dem Projekt?

Neben der Förderung von Künstlern kann das Projekt eine Möglichkeit sein, den Tourismus in Dachau wieder in Gang zu bringen und besonders den Tagestourismus, der ein so wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, wieder anzukurbeln. Die Stadt könnte für Touristen attraktiver werden, weil wir mit dem Projekt Neues liefern. Noch wissen wir nicht, ob es Großveranstaltungen in diesem Jahr überhaupt geben kann, daher wäre das eine gute Alternative, Menschen anzulocken, ohne dass sich eine große Masse versammelt. Wir haben uns daher überlegt, wie man Kultur im freien Raum anders gestaltet, Leute neugierig macht und sie motiviert, nach Dachau zu kommen.

Wie schätzen Sie die Chance auf Erfolg des Bündnis-Antrags ein?

Ich schätze die Chancen gut ein, weil die Idee toll ist. Unserer Einschätzung nach wird das Projekt in der Umsetzung auch nicht wahnsinnig teuer werden und durch den touristischen Nutzen refinanziert es sich langfristig selbst. In der derzeitigen Situation wird der Erfolg eines Antrags immer vom Kostenpunkt abhängen. Der Antrag ist bereits bei der Stadt eingegangen. Wir rechnen damit, dass im Frühjahr eine Entscheidung im Kulturausschuss fällt und hoffen, dass bald Gebäudefassaden in Dachau in verschiedenen Lichtern erhellt sein werden.

© SZ vom 09.01.2021
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