Reden wir über Gefahren einer Kinderkrankheit

Hans Bergemann ist Leiter des Dachauer Gesundheitsamts.

(Foto: Toni Heigl)

Gesundheitsamtsleiter Bergemann über die Risiken von Masern

Interview von Sven Röder

Zum Beginn des Kindergartenjahres startet das Bayerische Gesundheitsministerium zusammen mit dem Sozialministerium eine Kampagne, die auf die Bedeutung einer Schutzimpfung gegen Masern aufmerksam macht. Hans Bergemann, Leiter des Dachauer Gesundheitsamts, erklärt im Gespräch mit der Dachauer SZ die Symptome und Risiken der Infektionskrankheit und wie man sich gegen sie schützen kann.

SZ: Wie wird die Erkrankung übertragen?

Hans Bergemann: Masern werden als Tröpfcheninfektionen übertragen, wobei schon ein flüchtiger Kontakt ausreicht, um eine Ansteckung hervorzurufen. Sprechen reicht da schon aus. Das Übertragungsrisiko liegt bei normalen sozialen Kontakten bei nahezu hundert Prozent.

Welche Symptome bilden sich aus?

Hohes Fieber, Bindehautentzündung, Husten, Kopfschmerzen, weiße Flecken im Mund und die typischen rot-braunen Flecken auf der Haut.

Welche Gefahren birgt eine Erkrankung?

Es handelt sich keinesfalls um eine banale Kindererkrankung. Eines von tausend Kindern erleidet eine Gehirnentzündung, die bei etwa zehn bis 20 Prozent der Patienten bleibende Schäden am zentralen Nervensystem verursachen kann. Eines von 2000 Kindern stirbt an der Krankheit.

Was gilt es zu beachten, wenn das eigene Kind erkrankt ist?

Es soll von seinem Kinder- oder Hausarzt behandelt werden. Eine spezifische antivirale Therapie gibt es leider nicht. Erkrankte Kinder und ungeimpfte Kontaktpersonen dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Denn Masern sind schon vor dem Auftreten der typischen Symptome ansteckend.

In welchem Alter sollten Kinder geimpft werden?

Üblicherweise zwischen dem elften und zwölften Monat. Vier Wochen später sollte die zweite Impfung erfolgen. Alternativ zwischen dem 15. und 23. Monat, auch in diesem Fall sollte vier Wochen später die zweite Impfung folgen. Danach besteht eine lebenslange Immunität.

Welche Risiken treten bei einer Impfung aus?

Das Risiko eines Schadens durch die Impfung ist mit etwa eins zu einer halben Million verschwindend gering gegenüber den möglichen fatalen Folgen der Erkrankung. Die gelegentlich auftretende Rötung an der Impfstelle ist harmlos.