Mitten in Pipinsried Dorffußball braucht Sponsor

Sie haben ganze Zitronen geschluckt und Fans den Rasen gemäht: Doch um seine Crowdfunding-Kampagne erfolgreich zu beenden, bräuchte der FC Pipinsried noch mindestens eine Versicherung oder einen bekannten Getränkehersteller, der sich für eine Saison die Rechte am Stadionnamen kauft

Von Benjamin Emonts

Allmählich wird es knapp für den FC Pipinsried. Das gilt einerseits für den sportlichen Part, was anders allerdings nicht zu erwarten war. Die beste Fußballmannschaft des Landkreises Dachau musste zuletzt immer wieder feststellen, dass die Luft in der Regionalliga Bayern ziemlich dünn ist. Nach zehn Spielen rangiert der Aufsteiger auf dem 16. Tabellenplatz und müsste, Stand jetzt, in die Relegation. Trotzdem macht die Mannschaft von Spielertrainer Fabian Hürzeler insgesamt einen recht guten Eindruck. Sie schlug sensationell die Reserve des FC Bayern und holte zuletzt ein 2:2 Unentschieden beim Traditionsverein Wacker Burghausen. Der Dorfverein, das muss man sagen, spielt gewiss keinen schlechten Fußball.

Die größeren Sorgen machen da schon die Finanzen. Das Crowd-Funding-Projekt der Pipinsrieder, um den teuren Stadionumbau zu finanzieren, droht zu scheitern. Gut möglich, dass Spieler wie Emre Arik oder Torwart Thomas Reichlmayr völlig vergeblich ganze Zitronen verschlungen und dabei ausgesehen haben, als hätte ihnen jemand ins Gesicht gegrätscht. Um einen Teil der geschätzt 150 000 Euro für den notwendigen Stadionumbau - sonst hätte der Verein die Auflagen in der Regionalliga nicht erfüllt - wieder rein zu holen, hatten sich Trainer, Spieler und Manager Roman Plesche allerlei ausgedacht. Abgesehen vom erwähnten "Lemon Face", dem Verschlingen einer Zitrone im Ganzen, konnte man sich von Vereinspräsident Konrad Höß für 30 Euro ein Autogramm ausstellen lassen. Für läppische 250 Euro begleitete ein Spieler des FC Pipinsried den Zahlenden zum Abendessen, mähte bei ihm den Rasen oder er zapfte bei ihm ein Fass Bier an. Insgesamt wurden auf diese Weise bis dato 7661,13 Euro gesammelt - von insgesamt 80 Unterstützern.

Allerdings ist das Projekt so konzipiert, dass die Gelder nur dann fließen, wenn insgesamt 25 000 Euro zusammenkommen. Und zwar in innerhalb von sieben Tagen, spätestens bis Samstag, 30. September. Es wird höchste Zeit, dass der Stadionname für 30 000 Euro für eine Saison vergeben wird oder sich Mannschaften aus der Region um ein Freundschaftsspiel für 3000 Euro gegen die Pipinsrieder bemühen. Dass das Stadion bei einem Scheitern des Crowd-Fundings abgerissen wird, gilt als sehr unwahrscheinlich. Der umtriebige Präsident Konrad Höß, den viele als ausgefuchst bezeichnen, wird das nötige Kleingeld bestimmt wieder irgendwie auftreiben. Und seine Kicker machen so früh wie möglich den Nicht-Abstieg klar.