bedeckt München 11°
vgwortpixel

Mitten in Pipinsried:Die Angst des Präsidenten

Von Fußballern, Novemberwetter und schnellen Spielabsagen

Das mit Spannung erwartete Bayernligaderby zwischen dem Fußballclub Pipinsried und dem TSV Dachau 1865 ist abgesagt. Eine traurige Nachricht für die Fußballfans - das Prestigeduell ist das Beste, was der Landkreis an Fußball zu bieten hat. Mindestens fragwürdig ist indes der Grund für die Spielabsage: die schlechten Witterungsbedingungen.

Gut möglich, dass der verdienstreiche Präsident, Platzwart und Alleinherrscher des FC Pipinsried, Konrad Höß, demnächst beim Bayerischen Fußball-Verband ein Gesuch einreicht, dass das Kicken auf dem heiligen Rasen der Pipinsried-Arena spätestens Ende Oktober eingestellt werden darf. Höß sorgt sich bekanntlich an jedem Tag des Jahres rund um die Uhr, dass sein saftiger Wimbledon-Rasen einmal Schaden nehmen könnte. Der Hauptplatz des FCP genießt in der Fußballlandschaft einen exzellenten Ruf, den sich Höß zu Recht auf seine Fahne schreibt. Und doch stößt der eigenwillige Präsident die gegnerischen Mannschaften mit seinen Spielabsagen immer wieder mal vor den Kopf.

Klar, bei den derzeitigen Witterungsbedingungen - die Feuchtigkeit weicht den Rasen zunehmend auf - sind Grätschen und Stollenschuhe nicht gerade Balsam für den viel beackerten Untergrund. Aber was für ein Wetter erwartet Höß Ende November? Einen milderen Winter gab es lange nicht, abgesehen von den starken Regenfällen in der vergangenen Woche. Merkwürdig erscheinen zwei weitere Umstände: Höß hat das Spiel bereits am Donnerstagabend abgesagt - drei Tage vor Anpfiff. Zweitens: In allen anderen Stadien der Bayernliga Süd, so der Stand am frühen Freitagabend, wird am Wochenende gespielt. Herrscht in Pipinsried ein anderes Klima als etwa in Pullach oder Sonthofen? Eher unwahrscheinlich. Die Fragen nach den Gründen der Absage führen an der Hößschen Angst um seinen Rasen natürlich nicht vorbei.

Manch böse Zunge könnte aber auch behaupten, Höß wolle seine Mannschaft im Winter personell noch etwas aufrüsten, bevor das große Landkreisderby ansteht. Zumal ein Kick im lauen Frühjahr gewiss auch deutlich mehr Zuschauer in das Stadion an der Reichertshauser Straße locken wird.