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Mitten in Karlsfeld:Brüder, zur Sonne

Anfang des Jahres wurde einem Schaukasten des SPD-Ortsvereins über mitgespielt. Jetzt steht er wieder an seinem alten Platz - das könnte der Beginn eines Aufschwungs für die Sozialdemokraten sein

Er ist wieder da. Nein, hier geht es nicht um den gleichnamigen Film, in dem der ehemalige Führer plötzlich wieder auf Deutschlands Straßen auftaucht. Vielmehr ist die Rede von einem demokratischen Kommunikationsinstrument, nämlich einem Schaukasten des Karlsfelder SPD-Ortsvereins an der Ecke Osten-/Lena-Christ-Straße, der Anfang Januar zunächst flachlag, wie von einem Fausthieb niedergestreckt, und dann ganz verschwunden war. Dieses Vorkommnis zu Jahresbeginn ließ sich damals durchaus als schlechtes Omen für die Partei und deren soeben begonnene Gespräche mit der Union in Berlin zur Bildung einer großen Koalition deuten.

Und tatsächlich brauchte es noch einige Monate sowie einen SPD-Parteitag und eine Mitgliederbefragung, bis eine Regierung stand. Wie schon beim sogenannten Schulz-Hype ein Jahr zuvor konnten sich die Sozialdemokraten zwar über viele neue Mitglieder freuen, aber die Umfrageergebnisse dümpelten weiter an der Zwanzig-Prozent-Marke herum. Und nach Aufbruch zu neuen Gipfeln für die SPD sehen die Inhalte des Koalitionsvertrags auch nicht gerade aus.

Doch während vor vier Monaten die Lücke neben den Schaukästen von CSU und Bündnis für Karlsfeld Böses für die Aussichten der Sozis ahnen ließ, kann die Tatsache, dass sich die SPD-Informationstafel jetzt wieder stabil und bildmächtig neben denen der Konkurrenten behauptet, das Signal für einen neuen Aufschwung darstellen. Und tatsächlich zeigte das Politbarometer in der vergangenen Woche bereits an, dass es für die Genossen wieder aufwärts geht in eine glänzende Zukunft. Denn die Umfragewerte schnellten nach oben: von 19 auf 20 Prozent!

© SZ vom 04.05.2018
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