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Mitten in der Region:Origami für Gipfelstürmer

Dem Trekking-Geher ist nichts zu schwer: von Servietten-Zelten und Schlafsäcken im Sushi-Rollen-Format

Wer sich an langen Trekking-Touren erfreut und vor einem Marsch durch Berg und Tal seinen Rucksack packt, der weiß: Jedes Gramm zählt. Das beginnt schon mal mit guten Teleskop-Wanderstöcken und bei der Wahl des Schlafsackes. Ultra-leicht muss er sein. Ja, und dann erst das Zelt. Am besten ein Federgewicht ohne viel Gestänge, aber doch wind- und wasserfest. Da gibt es Teile, die tatsächlich nur ein Kilo wiegen, sozusagen als Zelt-Serviette gefaltet werden. Abspannpunkte, Ösen, Gestänge - alles so optimiert, dass es nichts wiegt und schnell aufzubauen ist. Solche Zelte haben mit Recht oft das norwegische Wort "Fjell" im Namen. Klar, da oben ist auch alles möglich: Wind, viel Regen und manchmal im Sommer sogar ein Temperatursturz auf null Grad. Alles kein Problem! Mit Servietten-Zelt und Schlafsack à la Sushi-Rolle ist das alles gut zu machen.

Ach, ja, und sehr praktisch: Militärgrüne Faltbecher gibt es auch. Die können wahlweise durch viel zu schöne Titan-Becher ersetzt werden (Achtung: nicht faltbar!). Einrollbare Kissen machen das Nachtlager gemütlich. Und da wären noch kleine Leuchten mit ausfahrbarem Hals für die Lektüre der faltbaren und wasserabweisenden Karten. Kochen könnte man mit einer einklappbaren Pfanne oder - sehr zu empfehlen - mit einem wirklich nützlichen, ziehharmonikaartig auszuziehenden Kochtopf. Ja, falten ist toll und ausfalten erst! Im Ernst: Es ist wirklich faszinierend, was es alles gibt, um das Gepäck zu minimieren.

Zurück zur Sushi-Rolle: Nun gibt es eine bahnbrechende Neuerung. In den Fertig-Plastik-Platten, die man zum Beispiel in guten Supermärkten kaufen kann, wird in einem kleinen Plastikfisch nicht nur Sojasauce oder Wasabi und frischer Ingwer im "Senftütchen" beigelegt, sondern - Achtung - ausziehbare Teleskop-Stäbchen. Funktioniert prima, wenn man nicht die größten Happen damit isst.

Ob Trekking-Geher sie nutzen, ist aber fraglich. Wer isst schon hoch oben am Gipfel Hoso Maki?

© SZ vom 28.03.2018
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