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Kommentar:Zeit für Kompromisse

Sollte das Wiesböck-Anwesen für das neue Rathaus nicht geeignet sein, sollten die Gegner sich auf den Mannheimer-Platz einlassen

Schade, kein Rathaus am Max-Mannheimer-Platz. Die Adresse wäre schön, die Lage auch. Freilich nicht, wenn man das Rathaus mit dem Auto erreichen möchte. Aber was ist schon gut mit dem Auto zu erreichen? Die Altstadt jedenfalls auch nicht. Nun soll es das Wiesböck-Anwesen werden. Es erscheint ebenfalls als gute Wahl. Denn eine so gute Lage nur als Parkplatz zu nutzen, ist verschenkt. Ein Rathaus am Wiesböck-Anwesen birgt, wie von Bündnis und CSU erwünscht, die Möglichkeit, das Grundstück zu gestalten, in diesem Zug die Amper zu öffnen und, wie man so sagt, erlebbar zu machen. Beide Optionen wurden von Anfang an von den Stadträten diskutiert. Sie hätten auch von Anfang an beide parallel geprüft werden sollen. Denn für das Wiesböck-Grundstück muss ohnehin eine Perspektive her. Bereits geprüft und nun abgelehnt wurde erst einmal nur der Mannheimer-Platz.

Zu hoffen wäre, dass sich die Fronten nicht verhärten, sondern Verfechter beider Standorte ehrlich benennen, dass beide Orte ähnliche Probleme haben. Beide liegen nah am Wasser, ob Amper, Holzgartenkanal oder Viehgassenbach. Eine Tiefgarage zu bauen, ist unter diesen Bedingungen schwierig. Beide Grundstücke liegen zentral - sind aber mit dem Auto nicht so einfach zu erreichen, weil man in verkehrsreiche Straßen ein- und ausfahren muss. Während das Bündnis bereits Kompromissbereitschaft signalisiert und notfalls bereit wäre, auf den Mannheimer-Platz zurückzukommen, hörte sich das bei den Grünen ausschließlicher an und die CSU erklärt schon jetzt, dass der Ort neben der Stadtbücherei und der Wirtschaftsschule auf gar keinen Fall infrage kommt. Sie wird sich hoffentlich dem Mannheimer-Platz nicht verweigern, nur weil er die Lieblingsidee von Oberbürgermeister Hartmann (SPD) ist.

Dachau Wiesböck-Grundstück eventueller Standort für Rathauserweiterung Foto: Heigl

(Foto: Toni Heigl)

Sollte das Wiesböck-Anwesen baulich nicht infrage kommen, stünde die Stadt wieder bei Null. Dabei drängt die Zeit, die Verwaltungsmitarbeiter brauchen mehr Platz. Auch das Bürgerbüro, obwohl gerade renoviert, soll endlich ausreichende Räume finden. Es ist nur eines von immer mehr Beispielen in der Stadt, die zeigen, dass es ideale Grundstücke nicht gibt und alle Wünsche nie erfüllt werden können. Kompromissbereitschaft ist das einzige, was hilft.