Fotoausstellung Impressionen aus Dachau und Fondi

Anlässlich der 20 Jahre währenden Partnerschaft zeigen Hobbyfotografen, wie sie die jeweils andere Stadt wahrgenommen haben. Die Fotos sind noch bis zum 19. August in der KVD-Galerie zu sehen. Auf der Vernissage waren etwa 50 Gäste aus Italien, darunter der Bürgermeister

Von Marie Groppenbächer, Dachau

Es sind die leuchtenden Farben, die Italienfans in ihren Bann ziehen, aber auch das etwas Unvollkommene, Andersartige. Wer keine Zeit für einen Urlaub hat, kann derzeit in der KVD-Galerie ein bisschen seine Erinnerungen an Italien, genauer gesagt an Fondi und Umgebung wachrufen: Wunderschön zum Beispiel das Bild mit dem Hauseingang in Sperlonga - weiße Wände mit strahlend hellblau gestrichener Haustür, im ersten Stock eine altmodische Laterne, am Balkon hübsche kleine Hängetöpfe aus rotem Ton bepflanzt mit leuchtenden Blümchen und - ganz typisch für Italien - die trocknende Wäsche. Auch ein Kühlschrank im Freien, für uns unvorstellbar, in Italien normal. Wer beginnt da nicht in Erinnerungen zu schwelgen? Wer weiß, manch einer denkt vielleicht sofort an den Duft von frischem Basilikum oder an das Zirpen der Grillen.

Im Mai war der Dachauer Fotoclub in Sperlonga, das in der Nähe von Fondi liegt. Gemeinsam erkundeten die begeisterten Hobbyfotografen die süditalienische Stadt und ihre Umgebung, immer auf der Suche nach geeigneten Motiven. Ihre Fotos sind bis zum 19. August in der KVD-Galerie in der Kulturschranne ausgestellt. "Ansichten aus Fondi und Dachau" zeigen unter anderem den Palazzo Baronale, das Dachauer Rathaus, Il Monastero und das Brandhorstmuseum. Klassische Postkartenmotive eben. Spannend sind vor allem die Fotografien auf denen Motive zu sehen sind, die der Dachauer oder Fondaner in der eigenen Stadt vielleicht gar nicht bemerkt oder niemals fotografiert hätte, wie der "Saray Imbiss" am Dachauer Bahnhof oder die trocknende Wäsche auf einem Balkon in den Straßen Fondis. Entstanden sind die Impressionen beider Städte anlässlich der Jubiläumsfeier zu 20 Jahren Städtepartnerschaft mit Fondi.

Bei der Vernissage am Mittwochabend war die Galerie gut gefüllt. Die Stimmung war heiter und beschwingt. Oberbürgermeister Florian Hartmann hieß die rund 50 Gäste aus Fondi, insbesondere Bürgermeister Salvatore De Meo und seinen Stellvertreter Beniamino Maschietto willkommen. An der Freundschaft der beiden Vereine zeige sich die gelungene Städtepartnerschaft, freute sich Hartmann. Besonders schön sei es, dass die Clubs selbständig den Kontakt aufrecht erhalten. Tanja Joergensen-Leuthner, Mitarbeiterin des Kulturamts Dachau und Koordinatorin des Austausches übersetzte.

Mit einem robusten "Servus" begann der Bayern begeisterte Salvatore De Meo seine Ansprache. "20 mal Danke sagen, reicht nicht aus für 20 Jahre Beziehungen, 20 Jahre Freundschaft und 20 Jahre Begegnungen", sagte er feierlich. Für ihn ist ein Fotograf genau dann ein Künstler, "wenn er es schafft Dinge zu zeigen, die ein Bewohner so vielleicht nicht sieht". Am Ende sagte er zu seinem "Bruder" Florian beinahe pathetisch: "Es lebe Dachau und es lebe Fondi".

Graffiti entdeckten die Hobbyfotografen bei ihrem Rundgäng durch die Partnerstadt auch.

(Foto: Toni Heigl)

"Die Ausstellung ist in drei Teile gegliedert", erklärt Heiner Buthmann, Erster Vorsitzender des Fotoclubs Dachau. Zu sehen sind 25 Fotografien aus Dachau und 25 aus Fondi. Außerdem hängen an der Wand auf der Westseite Bilder von den Mitgliedern der Fotoclubs bei gemeinsamen Ausflügen. Eine digitale Bilderschau dokumentiert ebenfalls den Austausch. "Wir haben die Stadt in vollen Zügen genossen", schwärmt Heiner Buthmann. Besonders der Besuch auf einer Büffelfarm ist ihm in Erinnerung geblieben, wohl auch wegen des schmackhaften Mozzarellas. Inzwischen verbindet die italienischen und deutschen Fotografen eine enge Freundschaft. "Die Chemie zwischen uns stimmte vom ersten Tag an", sagt der Vorsitzende. Pünktlich um 19 Uhr brach die Gesellschaft auf, um im Schloss zu speisen. Neben einem bayrisch-italienischem Abendessen wartete noch eine Überraschung auf die Gäste, verriet Kulturamtsleiter Tobias Schneider. Nach dem Essen zeigten leuchtende Stelzengänger im dunklen Schlossgarten Kunststücke.