bedeckt München 16°
vgwortpixel

Bürgerversammlung:Weichs wächst rasant

Bürgermeister Harald Mundl: Die Bevölkerungsstruktur der Gemeinde wird von der Jugend geprägt

Während sich in anderen Gemeinden die Diskussionsrunden in die Länge ziehen, gab es in der zweiten von vier Bürgerversammlungen in Weichs wieder nur wenige Wortmeldungen. Eine Tatsache, die man schon als Ausdruck der Zufriedenheit von Bürgern interpretieren könnte. Mit einem interessanten Videorundflug über das Gemeindegebiet wurde die Versammlung im Festsaal des Sport- und Bürgerhauses eröffnet. Mehr als eineinhalb Stunden referierte Bürgermeister Harald Mundl (WBV) anschließend vor etwa 50 Besuchern.

Als "Leuchtturmprojekt" bezeichnete Mundl den bereits begonnenen Bau des Kinderhauses am Ortsausgang, in dem Krippe, Kindergarten, Hort und die Mittagsbetreuung der Grundschule untergebracht werden sollen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf insgesamt 9,9 Millionen Euro, wobei rund 4,5 Millionen Euro gefördert werden. Bislang wurden bereits 566 000 Euro für Planungskosten ausgegeben. In diesem Zusammenhang berichtete Mundl auch, dass die Gemeindeverwaltung dem dringend sanierungsbedürftigen Kindergarten St. Martin den Umzug in das neue Kinderhaus angeboten habe.

Zufrieden scheint Bürgermeister Harald Mundl mit der Entwicklung der Gemeinde zu sein. Aufgrund des Neubaugebiets "Aufhausener Feld" sei die Einwohnerzahl mittlerweile auf 3650 gestiegen. Damit sei Weichs in den vergangenen acht Jahren um 14,33 Prozent gewachsen. Dazu sprach Mundl auch die Bevölkerungsstruktur der Gemeinde an, die von einer "sehr starken Jugend" geprägt sei. In diesem Kontext führte er 225 Kleinkinder und 210 Grundschüler bis zehn Jahren an, die derzeit in Weichs leben.

Erfreulich sei auch die Entwicklung der Schülerzahlen in der Gemeinde. Im Schuljahr 2019/2020 besuchen 168 Kinder die Grundschule, die in acht Klassen zweizügig unterrichtet werden. Der Migrationsanteil an der Grundschule sei auf 20 Prozent angestiegen.

Deutlich gestiegen sei der Betreuungsbedarf der Eltern von Grundschülern: Mehr als die Hälfte der Kinder besuchen derzeit die Mittagsbetreuung, mit steigender Tendenz. Diese Einrichtung in der Grundschule soll nach der Fertigstellung des Gebäudes ebenfalls in das neue Kinderhaus umziehen.

Ein Thema war auch die Jugendsozialarbeit an der Grundschule. Durch eine Sozialraumanalyse für den Landkreis sei festgestellt worden, dass in der Gemeinde ein sehr hoher Bedarf an erzieherischen Hilfsmaßnahmen gegeben ist, die nicht nur Alleinerziehenden oder Hartz-IV-Beziehern zugute kommen sollen. Rund die Hälfte der Grundschüler habe diesbezüglich bereits Hilfe benötigt. Seit September 2019 gehört sogar eine Hündin namens Nox zur Schulgemeinschaft, die als geduldige Seelentrösterin eingesetzt wird. Zudem berichtete Mundl, dass mit dem Glasfaseranschluss der Grundschule für das neue Förderprogramm "Digitale Schule" im Herbst 2020 zu rechnen sei.

Als weiteres Projekt stellte der Bürgermeister das 800-Quadratmeter-Grundstück der Gemeinde im Neubaugebiet "Aufhausener Feld" vor, auf dem ein Mehrfamilienhaus für finanzschwache Bürger errichtet werden soll. Zudem informierte er über das Sanierungsprojekt Mühlbachbrücke, die bis zum Frühjahr 2020 wieder befahrbar sein soll. Zum Thema Kommunalwahlen im März kündigte Bürgermeister Mundl an, dass die jetzige Kandidatur seine letzte sein werde. "Nach 18 Jahren muss ein Jüngerer ran, um die Gemeinde weiter zu entwickeln", sagte er im Vorgriff auf 2026.

Einige Weichser nutzten die Gelegenheit zu Fragen. So wollte Vinzenz Brandner wissen, wann die Gehwege in der Gemeinde seniorengerechter gestaltet werden. Jürgen Meyr erkundigte sich, ob für die gemeindeeigenen Wohnungen im "Aufhausener Feld" Weichser Bürger bevorzugt werden. Ein Anlieger der Rosenstraße wollte wissen, welche Bebauung auf dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück möglich sei. Herbert Schatz, der ebenfalls in der Rosenstraße wohnt, befürchtet wegen fehlender Gehwege gefährliche Verkehrssituationen während der Bauphase.

© SZ vom 30.10.2019
Zur SZ-Startseite